Nachrichten | ANDRONET: Förderung der internationalen Andrologieforschung und -ausbildung
Die Andrologie ist das medizinische Fachgebiet, das sich mit der Gesundheit des Mannes und Erkrankungen der männlichen Fortpflanzungsorgane und ihrer Funktion befasst, darunter männliche Unfruchtbarkeit, Hypogonadismus, Hoden- und Prostatakrebs, männliche Verhütung, erektile Dysfunktion und das Älterwerden des Mannes. Sie hat weniger Aufmerksamkeit im Bereich der öffentlichen Gesundheit erhalten als die Gynäkologie. Die im Oktober 2021 gestartete COST Action ANDRONET nutzt internationale Zusammenarbeit, um Forschung, Ausbildung und das öffentliche Bewusstsein voranzubringen.
Warum wird die Männergesundheit oft übersehen?
Gesellschaftliche Traditionen schreiben die Verantwortung für Unfruchtbarkeit häufig Frauen zu, während Männlichkeitsstereotype Männer davon abhalten, über ihre körperliche und psychische Gesundheit zu sprechen. Der Erfolg assistierter Reproduktion wie IVF kann zudem den falschen Eindruck erwecken, dass „ein Spermium genügt“, und dadurch ernsthafte Erkrankungen hinter der männlichen Unfruchtbarkeit verdecken.
Männliche Unfruchtbarkeit ist komplex und multifaktoriell; bekannte genetische Veränderungen erklären nur 20% bis 25% der Fälle. Lebensstil, Umwelteinflüsse während der Fetalzeit oder Kindheit, Infektionen, berufliche Belastungen und das Alter können dazu beitragen. Steigende Raten von Unfruchtbarkeit und Hodenkrebs sowie Zusammenhänge zwischen einer beeinträchtigten männlichen Fortpflanzungsfunktion und der allgemeinen Gesundheit unterstreichen den Forschungsbedarf.
Vernetzung der Fachwelt und internationale Zusammenarbeit
ANDRONET verbindet Forschungslabore mit medizinischen Zentren, die über umfangreiche klinische Daten und Proben verfügen. Das Netzwerk umfasst derzeit 239 Fachleute aus 41 Ländern und soll weiter wachsen.
Zu den wichtigsten Zielen gehören:
Förderung des Austauschs und der Zusammenarbeit in der europäischen Andrologieforschung durch multidisziplinäre Studien zur männlichen Unfruchtbarkeit.
Stärkung des öffentlichen Bewusstseins für Männergesundheit und Behebung des Mangels an europäischen Informationsplattformen für die Öffentlichkeit.
Ausbau der Ausbildung durch die Zusammenarbeit mit Organisationen wie der European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE), der European School of Urology (ESAU) und der European Academy of Andrology (EAA), um Ärztinnen und Ärzte in der Diagnose und Behandlung andrologischer Erkrankungen zu schulen.
Ausbildungsherausforderungen und Perspektiven
Nur wenige europäische Länder bieten eine strukturierte andrologische Ausbildung an, und das Fachgebiet ist nicht formell als medizinische Fachrichtung anerkannt. Professorin Csilla Krausz, stellvertretende Vorsitzende von ANDRONET, erklärte, das Programm werde eine EU-weite Anerkennung anstreben und hochwertige Ausbildungszentren ausbauen.
Eine Plattform für Forschung und Austausch
Im Juni 2023 veranstaltete ANDRONET den European Testis Workshop (ETW2023) in Montreux, Schweiz, und schuf damit ein Forum für Hodenbiologie und -funktionsstörungen sowie eine vertiefte europäische Forschungszusammenarbeit.
Durch internationale Kooperation und gemeinsam genutzte Ressourcen will ANDRONET die langjährige Vernachlässigung der Männergesundheit angehen und Gesundheit und Lebensqualität verbessern.
Nachrichten | ANDRONET: Förderung der internationalen Andrologieforschung und -ausbildung
Nachrichten | ANDRONET: Förderung der internationalen Andrologieforschung und -ausbildung
Die Andrologie ist das medizinische Fachgebiet, das sich mit der Gesundheit des Mannes und Erkrankungen der männlichen Fortpflanzungsorgane und ihrer Funktion befasst, darunter männliche Unfruchtbarkeit, Hypogonadismus, Hoden- und Prostatakrebs, männliche Verhütung, erektile Dysfunktion und das Älterwerden des Mannes. Sie hat weniger Aufmerksamkeit im Bereich der öffentlichen Gesundheit erhalten als die Gynäkologie. Die im Oktober 2021 gestartete COST Action ANDRONET nutzt internationale Zusammenarbeit, um Forschung, Ausbildung und das öffentliche Bewusstsein voranzubringen.
Warum wird die Männergesundheit oft übersehen?
Gesellschaftliche Traditionen schreiben die Verantwortung für Unfruchtbarkeit häufig Frauen zu, während Männlichkeitsstereotype Männer davon abhalten, über ihre körperliche und psychische Gesundheit zu sprechen. Der Erfolg assistierter Reproduktion wie IVF kann zudem den falschen Eindruck erwecken, dass „ein Spermium genügt“, und dadurch ernsthafte Erkrankungen hinter der männlichen Unfruchtbarkeit verdecken.
Männliche Unfruchtbarkeit ist komplex und multifaktoriell; bekannte genetische Veränderungen erklären nur 20% bis 25% der Fälle. Lebensstil, Umwelteinflüsse während der Fetalzeit oder Kindheit, Infektionen, berufliche Belastungen und das Alter können dazu beitragen. Steigende Raten von Unfruchtbarkeit und Hodenkrebs sowie Zusammenhänge zwischen einer beeinträchtigten männlichen Fortpflanzungsfunktion und der allgemeinen Gesundheit unterstreichen den Forschungsbedarf.
Vernetzung der Fachwelt und internationale Zusammenarbeit
ANDRONET verbindet Forschungslabore mit medizinischen Zentren, die über umfangreiche klinische Daten und Proben verfügen. Das Netzwerk umfasst derzeit 239 Fachleute aus 41 Ländern und soll weiter wachsen.
Zu den wichtigsten Zielen gehören:
Förderung des Austauschs und der Zusammenarbeit in der europäischen Andrologieforschung durch multidisziplinäre Studien zur männlichen Unfruchtbarkeit.
Stärkung des öffentlichen Bewusstseins für Männergesundheit und Behebung des Mangels an europäischen Informationsplattformen für die Öffentlichkeit.
Ausbau der Ausbildung durch die Zusammenarbeit mit Organisationen wie der European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE), der European School of Urology (ESAU) und der European Academy of Andrology (EAA), um Ärztinnen und Ärzte in der Diagnose und Behandlung andrologischer Erkrankungen zu schulen.
Ausbildungsherausforderungen und Perspektiven
Nur wenige europäische Länder bieten eine strukturierte andrologische Ausbildung an, und das Fachgebiet ist nicht formell als medizinische Fachrichtung anerkannt. Professorin Csilla Krausz, stellvertretende Vorsitzende von ANDRONET, erklärte, das Programm werde eine EU-weite Anerkennung anstreben und hochwertige Ausbildungszentren ausbauen.
Eine Plattform für Forschung und Austausch
Im Juni 2023 veranstaltete ANDRONET den European Testis Workshop (ETW2023) in Montreux, Schweiz, und schuf damit ein Forum für Hodenbiologie und -funktionsstörungen sowie eine vertiefte europäische Forschungszusammenarbeit.
Durch internationale Kooperation und gemeinsam genutzte Ressourcen will ANDRONET die langjährige Vernachlässigung der Männergesundheit angehen und Gesundheit und Lebensqualität verbessern.
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