Nachrichten | Verändert eine Vasektomie das Spermienmikrobiom? Studie stellt subtile Veränderungen fest



Nachrichten | Verändert eine Vasektomie das Spermienmikrobiom? Studie stellt subtile Veränderungen fest


Eine Vasektomie ist ein häufig durchgeführter männlicher Sterilisationseingriff, dem sich in den Vereinigten Staaten jedes Jahr mehr als 500,000 Männer unterziehen. Die Auswirkungen auf das Spermienmikrobiom wurden jedoch bisher nicht systematisch untersucht. Eine aktuelle Studie, die in European Urology Focus veröffentlicht wurde, legt nahe, dass eine Vasektomie die Zusammensetzung des Spermienmikrobioms verändern kann, und erörtert mögliche gesundheitliche Auswirkungen.


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Wissenschaftlicher Hintergrund des Spermienmikrobioms

Sperma galt lange als steril, doch neuere Forschungen haben diese Auffassung widerlegt. Fortschrittliche Methoden zum Nachweis von Mikroorganismen wie die Sequenzierung der nächsten Generation (NGS) haben bestätigt, dass Sperma mikrobielle Gemeinschaften enthält, die sich von denen der unteren Harnwege unterscheiden. Diese Mikroorganismen können die männliche Fruchtbarkeit beeinflussen und mit Prostatitis, Prostatakrebs und anderen Erkrankungen verbunden sein.


Frühere Studien fanden höhere Lactobacillus- und Gardnerella-Anteile in hochwertigem Sperma und relativ mehr Prevotella in Sperma von geringerer Qualität. Über die Faktoren, die das Spermienmikrobiom prägen, oder die langfristigen Auswirkungen dieser Veränderungen auf die Gesundheit von Männern ist jedoch wenig bekannt.


Methoden: Veränderungen vor und nach der Vasektomie

In der Studie wurde untersucht, ob eine Vasektomie die Vielfalt und Zusammensetzung des Spermienmikrobioms beeinflusst. Die Forschenden nahmen 58 Männer auf und teilten sie anhand ihres Fruchtbarkeitsstatus und des Zeitpunkts des Eingriffs in drei Gruppen ein:


Gruppe 1 (Kontrollgruppe): 22 Männer in einer Fruchtbarkeitsabklärung, deren Sperma die Standardwerte für Spermienzahl und -beweglichkeit erfüllte.

Gruppe 2 (Experimentalgruppe): Männer, bei denen eine Vasektomie geplant war und die vor dem Eingriff sowie drei Monate danach Spermaproben abgaben.

Gruppe 3 (postoperativ): Männer, die nur drei Monate nach der Vasektomie eine Spermaprobe abgaben.


Die Forschenden analysierten das Spermienmikrobiom mittels Sequenzierung der ribosomalen 16S-RNA und berücksichtigten die Krankengeschichte der Teilnehmenden, die Antibiotikaeinnahme und postoperative Komplikationen.


Ergebnisse: Geringere mikrobielle Vielfalt bei stabiler Gemeinschaftsstruktur

Insgesamt wurden 76 Spermaproben gesammelt. Von den Teilnehmenden waren 89% weiß und 50% nicht-hispanisch. Während oder nach dem Eingriff traten keine schwerwiegenden Komplikationen auf. Proben von zwei Teilnehmenden wurden ausgeschlossen, weil keine Mikroorganismen nachgewiesen wurden.


Nach der Vasektomie gingen die Anteile von Brevundimonas, Sphingomonas und Paracoccus zurück, während Corynebacterium zunahm. Auch die Zahl der operativen taxonomischen Einheiten (OTUs) im Sperma nahm ab, was möglicherweise auf eine Verringerung der Mikroorganismen aus Hoden und Nebenhoden nach dem Eingriff zurückzuführen ist.


Obwohl die Alpha-Diversität – der Artenreichtum innerhalb einer mikrobiellen Gemeinschaft – nach der Vasektomie abnahm, veränderte sich die Beta-Diversität – die Unterschiede zwischen Gemeinschaften – nicht signifikant. Somit veränderten sich zwar Art und Häufigkeit einiger Mikroorganismen, das gesamte mikrobielle Ökosystem im Sperma blieb jedoch relativ stabil.


Die Studie ergab außerdem, dass der Rückgang der mikrobiellen Vielfalt nach einer Vasektomie dem bei Patientinnen und Patienten mit nicht obstruktiver Azoospermie (NOA) beobachteten Rückgang ähnelte. Der zugrunde liegende biologische Mechanismus ist weiterhin unklar und muss weiter untersucht werden.


Einschränkungen und zukünftige Forschungsrichtungen

Die Studie liefert vorläufige Daten, weist jedoch Einschränkungen auf. Die Stichprobe von 58 Teilnehmenden war klein und ist möglicherweise nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung. Die Teilnehmenden waren überwiegend weiß, was die ethnische Vielfalt und die Übertragbarkeit der Ergebnisse einschränkt. Außerdem konnte der Einfluss von Mikroorganismen aus der Harnröhre auf das Spermienmikrobiom nicht vollständig ausgeschlossen werden, weshalb künftige Untersuchungen strengere Kontrollen erfordern.


Das Team betonte, dass größere Langzeitstudien erforderlich sind, um die langfristigen Auswirkungen einer Vasektomie auf die Gesundheit von Männern zu untersuchen und festzustellen, ob postoperative Veränderungen des Mikrobioms Entzündungen, Immunreaktionen oder das Risiko von Prostataerkrankungen beeinflussen.


Fazit

Dies ist eine der ersten Studien, die die Auswirkungen einer Vasektomie auf das Spermienmikrobiom systematisch untersucht. Nach dem Eingriff veränderten sich die Häufigkeiten einiger Mikroorganismen und die Alpha-Diversität nahm ab, während die Beta-Diversität stabil blieb. Die Ergebnisse eröffnen eine neue Perspektive auf die männliche reproduktive Gesundheit und sprechen für weitere Untersuchungen des Mikrobioms bei männlicher Unfruchtbarkeit und reproduktiven Erkrankungen.


Quelle:

Online zusammengestellt

作者 LinkedIVF Team發布於 2025-03-08
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