Nachrichten | Neue POI-Leitlinie unterstützt die frühere Erkennung einer nachlassenden Eierstockfunktion



Nachrichten | Neue POI-Leitlinie unterstützt die frühere Erkennung einer nachlassenden Eierstockfunktion


[Monash University, Dezember 9, 2024] – Eine neue Leitlinie zur Diagnose und Behandlung der prämaturen Ovarialinsuffizienz (POI), die gemeinsam vom Centre of Research Excellence in Women's Health in Reproductive Life (CRE-WHiRL) der Monash University und internationalen Organisationen für Frauengesundheit entwickelt wurde, ist zeitgleich in drei führenden internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht worden. Sie berücksichtigt aktuelle weltweite Forschung sowie Rückmeldungen von Frauen mit eigener Erfahrung und von medizinischen Fachkräften und soll die Präzision und Effizienz der Versorgung verbessern.


POI bezeichnet den Verlust der Eierstockfunktion vor dem Alter von 40, also deutlich vor dem weltweiten durchschnittlichen Menopausenalter von 48-51. Sie betrifft etwa 4% der Frauen weltweit und steht mit Unfruchtbarkeit, psychischer Belastung, Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, erhöhter Sterblichkeit, Demenz und kognitiven Beeinträchtigungen in Zusammenhang. Eine Hormontherapie kann diese Folgen abmildern, doch die POI-Versorgung ist weltweit weiterhin durch verspätete Diagnosen, Ungleichheiten und Unzufriedenheit der Patientinnen geprägt.


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Wichtige Änderungen in der 2024 Leitlinie

Dies ist die erste umfassende Aktualisierung der Leitlinien zur POI-Behandlung seit 2015. Die Leitlinie von 2024 wurde von einem internationalen CRE-WHiRL-Team unter Leitung der European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE), der International Menopause Society, der American Society for Reproductive Medicine und des Monash Centre for Health Research and Implementation (MCHRI) entwickelt. Sie enthält 145 Empfehlungen zu Symptomen, Diagnose, Ursachen, Folgen und Behandlung, die anhand aktueller Evidenz nach Evidenzstärke bewertet wurden.


Eine wesentliche Neuerung ist das Diagnosekriterium: Für die Diagnose müssen mindestens vier Monate lang unregelmäßige oder ausbleibende Regelblutungen sowie ein erhöhter Wert des follikelstimulierenden Hormons (FSH) vorliegen. FSH muss nur dann erneut bestimmt werden, wenn die Diagnose unklar bleibt. Die Leitlinie betont außerdem eine einfühlsame Kommunikation bei der Diagnosestellung und die gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen Patientinnen und medizinischem Fachpersonal.


Personalisierte Behandlung und umfassende Versorgung

Die klinische Behandlung erfordert eine umfassende Beurteilung von Symptomen, sexueller Gesundheit, Kinderwunsch, psychischer Gesundheit, Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose sowie Begleiterkrankungen. Laut der Mitvorsitzenden der Leitlinie und Associate Professor am Monash CRE-WHiRL, Amanda Vincent, ist eine individuell angepasste Hormontherapie wichtig zur Linderung der Symptome und zur Vorbeugung chronischer Erkrankungen. Sofern keine Gegenanzeigen bestehen, sollte sie früh beginnen und bis zum üblichen Menopausenalter fortgeführt werden.


Associate Professor Vincent sagte: „Diese aktualisierte Leitlinie bietet medizinischen Fachkräften klare, auf der bestverfügbaren Evidenz beruhende Orientierung, damit sie Menschen mit POI optimal versorgen können.“


Neue Unterstützungsangebote und Ressourcen

Zusammen mit der Leitlinie wurden neue Ressourcen veröffentlicht, darunter eine aktualisierte Ask Early Menopause App und ein Toolkit für medizinische Fachkräfte. Die App hat weltweit mehr als 9,000 Nutzerinnen und Nutzer gewonnen und bietet evidenzbasierte Informationen, ein persönliches Dashboard und eine Diskussionsplattform, die Frauen beim Umgang mit der frühen Menopause unterstützt.


Medizinische Fachkräfte können außerdem das aktualisierte POI Guideline Toolkit nutzen, um Patientinnen und Patienten Symptome, Behandlungsstrategien und Therapien zu erläutern und so eine schnellere Diagnose und evidenzbasierte Versorgung zu unterstützen.


Fazit

Die neue Leitlinie stellt einen wichtigen Fortschritt in der weltweiten POI-Versorgung dar. Vereinfachte Diagnosekriterien und aktualisierte Behandlungsstrategien können Frauen helfen, POI früher zu erkennen und zu behandeln, die Lebensqualität zu verbessern und langfristige Gesundheitsrisiken zu verringern.


Quelle:

Online zusammengetragen

作者 LinkedIVF Team發布於 2024-12-22
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