Nachrichten | Schädigt Cannabis männliche Hormone tatsächlich? Schweizer Studie liefert eine andere Antwort



Nachrichten | Beeinträchtigt Cannabis zwangsläufig männliche Hormone? Schweizer Studie liefert eine andere Antwort


Lange Zeit galt weithin die Annahme, dass Cannabis die männliche reproduktive Gesundheit beeinträchtigen kann, insbesondere durch eine Senkung des Testosteronspiegels und eine Beeinträchtigung der Spermienqualität. Eine aktuelle Studie der Universität Genf (UNIGE) in der Schweiz stellt diese lang gehegte Annahme jedoch infrage.


Analyse des Materials Petal._108009737 (1).jpg


Die Studie ergab, dass der Testosteronspiegel junger Männer nach Cannabiskonsum nicht sank, sondern um etwa 23% anstieg. Die Forschenden betonten jedoch auch, dass diese hormonelle Veränderung nicht unmittelbar mit einer verbesserten Fruchtbarkeit gleichgesetzt werden kann und die tatsächlichen Auswirkungen von Cannabis auf die männliche reproduktive Gesundheit komplex und noch nicht vollständig geklärt sind.


Die zugehörige Studie wurde in Communications Medicine veröffentlicht.


Die Studie wurde gemeinsam vom Team von Professor Serge Rudaz aus der Abteilung für Pharmazeutische Wissenschaften der naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Genf und dem Swiss Center for Applied Human Toxicology (SCAHT) durchgeführt.


Das Forschungsteam analysierte Plasmaproben von 94 Schweizer Wehrpflichtigen im Alter von 18 bis 23 Jahren, darunter 47 bestätigte Cannabiskonsumenten und 47 Nichtkonsumenten.


Im Gegensatz zu früheren Studien, die nur Testosteron maßen, erweiterte diese Studie den Untersuchungsumfang und analysierte eingehend Hunderte von Steroidhormonen, darunter Androgene, Gestagene und Östrogene.


Die Forschenden erklärten, dass dies zugleich eine der wichtigsten Innovationen der Studie sei.


Die Ergebnisse zeigten, dass der Testosteronspiegel bei Cannabiskonsumenten im Durchschnitt um etwa 23% anstieg.


Weitere Analysen ergaben, dass dieser Anstieg hauptsächlich aus den Hoden selbst und nicht aus den Nebennieren stammte.


„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Cannabiskonsum bei jungen Männern zu einem Anstieg des Testosteronspiegels um etwa 23% führen kann. Durch die zusätzliche Analyse aller Androgene konnten wir bestätigen, dass dieser Anstieg hauptsächlich aus den Hoden und nicht aus den Nebennieren stammt“, sagte Professor Rudaz.


Die Studie legt nahe, dass Cannabis direkt auf die Leydig-Zellen in den Hoden wirken könnte, die für die Synthese von Testosteron verantwortlich sind.


Neben den Veränderungen des Testosteronspiegels identifizierte das Forschungsteam außerdem zwei neue hormonelle Biomarker, die möglicherweise mit Cannabiskonsum in Verbindung stehen: 11-Beta-Hydroxyprogesteron (11B-OHP4) und 5-Beta-Dihydroprogesteron (5B-DHP4).


Beide Substanzen entstehen beim Progesteronstoffwechsel.


Die Forschenden stellten fest, dass die Konzentrationen dieser beiden Metaboliten bei Cannabiskonsumenten deutlich erhöht waren und künftig als wichtige Indikatoren zur Überwachung durch langfristige Cannabisexposition verursachter endokriner Veränderungen dienen könnten.


Mathieu Galmiche, Erstautor der Arbeit und derzeit am Karolinska Institutet in Schweden tätig, erklärte, dieser Befund zeige, dass die Wissenschaft ihre Aufmerksamkeit wieder stärker auf bislang übersehene Hormone richten müsse.


„Das bedeutet, dass sich die künftige Forschung nicht nur auf Testosteron konzentrieren sollte, sondern auch weitere wichtige Hormone einbeziehen muss, die bisher übersehen wurden, aber das männliche Fortpflanzungssystem beeinflussen könnten“, sagte er.


Das Forschungsteam betonte jedoch besonders, dass ein erhöhter Testosteronspiegel nicht automatisch eine bessere männliche Fruchtbarkeit bedeutet.


Tatsächlich ist der Zusammenhang zwischen Cannabis und männlicher Fruchtbarkeit weiterhin mit erheblichen Unsicherheiten behaftet.


Einige frühere Studien deuteten darauf hin, dass Cannabis die Spermienzahl, -konzentration und -beweglichkeit verringern kann. Diese Veränderungen werden allgemein mit dem Endocannabinoidsystem in Verbindung gebracht. Dieses System ist im Gehirn und in den Fortpflanzungsorganen vorhanden und beteiligt sich an der Regulation der Sexualhormone.


Die Ergebnisse früherer einschlägiger Studien waren jedoch seit Langem widersprüchlich, insbesondere bei der Frage, ob Cannabis den Testosteronspiegel senkt; einheitliche Schlussfolgerungen fehlten bisher.


Die Forschenden gehen davon aus, dass der beobachtete Testosteronanstieg nicht unbedingt eine verbesserte Fortpflanzungsfunktion bedeutet.


Eine mögliche Erklärung ist, dass Cannabis die Empfindlichkeit bestimmter Androgenrezeptoren verringert und der Körper dies durch eine verstärkte Testosteronausschüttung ausgleicht.


Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass Männer mit von Natur aus höheren Testosteronwerten eher zu risikoreichem Verhalten neigen und daher auch häufiger mit Cannabis in Kontakt kommen und es konsumieren.


Die Forschenden erklärten, dass derzeit nicht bestätigt werden könne, welche langfristigen klinischen Auswirkungen Cannabis auf die männliche Fruchtbarkeit hat.


Ihrer Ansicht nach sind künftig noch größere Studien erforderlich, um zu klären, ob Cannabis eine Schwelle der Reproduktionstoxizität besitzt und ob eine langfristige Exposition dauerhafte Auswirkungen auf das männliche Fortpflanzungssystem haben kann.


Da immer mehr Länder und Regionen weltweit die Beschränkungen für Cannabis lockern, werden seine Auswirkungen auf die reproduktive Gesundheit zu einem wichtigen Thema im Bereich der öffentlichen Gesundheit.


Diese Studie erinnert zudem erneut daran, dass hormonelle Veränderungen und die tatsächliche Fruchtbarkeit nicht einfach gleichgesetzt werden können.


Quelle des Berichts:

Aus dem Internet zusammengetragen

作者 LinkedIVF Team發布於 2026-06-05
本文使用 AI 輔助整理;LinkedIVF 尚未記錄本篇的編輯審核,不構成醫療建議。
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