Ratgeber | Menstruationsähnliche Krämpfe ohne Periode? Ärzte erklären 13 mögliche Ursachen – vom Eisprung bis zu Krebs
Viele Frauen verspüren plötzlich Krämpfe im Unterbauch, die sich wie eine bevorstehende Periode anfühlen, obwohl die Menstruation noch nicht fällig ist oder ausbleibt. Eine aktuelle medizinische Übersichtsarbeit weist darauf hin, dass Schmerzen ohne Menstruation viele mögliche Ursachen haben – von vorübergehenden physiologischen Veränderungen bis hin zu dringenden gesundheitlichen Problemen einschließlich Krebs.
Zu den dreizehn häufigen Ursachen gehören:
1. Chronisch-entzündliche Darmerkrankung (IBD)
Eine chronische entzündliche Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, die durch eine fehlgeleitete Immunreaktion verursacht wird. Morbus Crohn kann jeden Abschnitt des Verdauungstrakts betreffen; Colitis ulcerosa betrifft hauptsächlich den Dickdarm.
Lokalisation der Schmerzen:
Morbus Crohn verursacht häufig Schmerzen im rechten Unterbauch oder in der Bauchmitte
Colitis ulcerosa verursacht häufig Schmerzen im linken Unterbauch
Begleitsymptome: starker Durchfall, Blut im Stuhl, unvollständige Darmentleerung, Gewichtsverlust, Fieber und Müdigkeit.
2. Ovulationsschmerz (Mittelschmerz)
Vor der Menopause kann es in der Zyklusmitte zu Ovulationsschmerzen kommen, meist an den Tagen 10–14.
Schmerzcharakter:
Stechende oder dumpfe Schmerzen auf einer Seite des Unterbauchs, die Minuten bis Stunden anhalten. Die Seite kann monatlich wechseln oder gleich bleiben.
Weitere Anzeichen:
Verstärkter vaginaler Ausfluss, Brustspannen, Stimmungsschwankungen und Blähungen.
3. Geplatzte Eierstockzyste
Mit Flüssigkeit gefüllte Eierstockzysten sind meist gutartig, doch eine große Zyste kann plötzlich platzen und Schmerzen verursachen.
Schmerzcharakter:
Plötzlich einsetzende, stechende Krämpfe auf einer Seite unterhalb des Nabels.
Weitere Anzeichen:
Leichte Blutungen, Schmerzen im unteren Rücken oder Oberschenkel sowie ein Druckgefühl vor dem Platzen.
4. Einnistungskrämpfe in der Frühschwangerschaft
Die Einnistung des Embryos kann etwa in der 4. Schwangerschaftswoche leichte Gebärmutterkrämpfe verursachen, wenn normalerweise die Periode beginnen würde.
Schmerzcharakter:
Leichte Krämpfe ähnlich einer bevorstehenden Periode.
Weitere Anzeichen:
Oft treten zunächst keine weiteren Symptome auf, bis um die Wochen 5–6 Übelkeit einsetzt. Wenn eine Schwangerschaft möglich ist, kann ein Schwangerschaftstest Klarheit geben.
5. Eileiterschwangerschaft
Eine befruchtete Eizelle wächst außerhalb der Gebärmutter, häufig in einem Eileiter. Dies kann starke Bauchschmerzen verursachen und ist ein lebensbedrohlicher Notfall.
Schmerzcharakter:
Leichte Krämpfe, die plötzlich zu starken, stechenden Schmerzen auf einer Seite werden und in die Schulter oder den unteren Rücken ausstrahlen können.
Weitere Anzeichen:
Frühschwangerschaftssymptome wie Übelkeit oder Brustspannen können auftreten, es können aber auch keine Symptome vorhanden sein.
6. Fehlgeburt
Ein Schwangerschaftsverlust vor der 20. Schwangerschaftswoche wird als Fehlgeburt bezeichnet.
Schmerzcharakter:
Menstruationsähnliche Krämpfe, die zunehmend stärker werden.
Weitere Anzeichen:
Vaginale Blutungen oder Schmierblutungen. Treten diese während der Schwangerschaft auf, sollte sofort ein Arzt kontaktiert werden.
7. Endometriose
Eine chronische Erkrankung, bei der Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter wächst, unter anderem an den Eierstöcken oder Eileitern.
Schmerzcharakter:
Menstruationsähnliche Schmerzen, die jederzeit auftreten können, einschließlich anhaltender Schmerzen im unteren Rücken und Unterbauch.
Weitere Anzeichen:
Tief sitzende Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, schmerzhafter Stuhlgang und ein erhöhtes Risiko für Unfruchtbarkeit.
8. Entzündung des kleinen Beckens (PID)
Sie wird meist durch sexuell übertragbare Bakterien verursacht und betrifft die Gebärmutter, Eileiter, Eierstöcke oder andere Fortpflanzungsorgane.
Schmerzcharakter:
Schmerzen auf beiden Seiten des Unterbauchs und im unteren Rücken ohne festen Bezug zum Zyklus.
Weitere Anzeichen:
Ungewöhnlicher vaginaler Ausfluss; Brennen beim Geschlechtsverkehr oder Wasserlassen; verlängerte Blutungen; Fieber; Übelkeit und Erbrechen.
9. Beckenbodendysfunktion
Starke Muskelkrämpfe, verursacht durch ein Trauma wie eine vaginale Geburt oder einen Autounfall.
Schmerzcharakter:
Starke, plötzlich einsetzende Bauchkrämpfe mit anhaltenden Beschwerden in der Leiste und im unteren Rücken.
Weitere Anzeichen:
Schmerzen während der Menstruation oder beim Geschlechtsverkehr, Brennen beim Wasserlassen und Schwierigkeiten beim Stuhlgang. Eine Urinuntersuchung wird empfohlen, um eine Blaseninfektion auszuschließen.
Eine chronische Erkrankung der Harnblase, die auch als Schmerzblasensyndrom bezeichnet wird.
Schmerzcharakter:
Schmerzen im Unterbauch und Genitalbereich, die sich bei zunehmender Blasenfüllung verstärken und während der Menstruation häufig stärker sind.
Weitere Anzeichen:
Häufiger oder dringender Harndrang und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.
11. Reizdarmsyndrom (IBS)
Im Gegensatz zu IBD tritt diese funktionelle Magen-Darm-Erkrankung häufiger bei Frauen auf.
Schmerzcharakter:
Plötzliche Bauchschmerzen, die sich nach dem Stuhlgang bessern können, verbunden mit wechselnder Verstopfung und Durchfall.
Weitere Anzeichen:
Übelkeit, Blähungen, unvollständige Darmentleerung und Schleim im Stuhl. Die Symptome können sich während der Menstruation verstärken.
12. Blinddarmentzündung
Eine beginnende Blinddarmentzündung wird häufig mit Magenschmerzen oder Menstruationskrämpfen verwechselt.
Schmerzcharakter:
Die Schmerzen beginnen rund um den Nabel, wandern dann in den rechten Unterbauch und werden rasch stärker; sie können die betroffene Person nachts wecken.
Weitere Anzeichen:
Fieber, Übelkeit und Erbrechen. Eine schnelle Behandlung ist wichtig, da ein geplatzter Blinddarm lebensbedrohlich sein kann.
13. Eierstockkrebs
Eine frühe Erkrankung wird häufig mit einem Verdauungsproblem verwechselt und leicht übersehen.
Schmerzcharakter:
Unbestimmte, anhaltende Beschwerden, die an Blähungen oder Verstopfung erinnern.
Weitere Anzeichen:
Blähungen, verminderter Appetit, schnelles Völlegefühl nach dem Essen und häufiges Wasserlassen. Bei Beschwerden, die länger als zwei Wochen anhalten, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Weitere mögliche Ursachen:
Intrauterinpessar (IUD): leichte Bauchschmerzen kurz nach dem Einsetzen
Hormonelle Schwankungen in der Perimenopause: Östrogenschübe setzen Prostaglandine frei und lösen Gebärmutterkrämpfe aus
Nebenwirkungen von Depo-Provera: Bauchschmerzen sind selten, aber möglich
Ärzte raten davon ab, Bauchschmerzen einfach auszuhalten; eine zeitnahe Untersuchung ist erforderlich, um die Ursache festzustellen
WebMD empfiehlt bei ungeklärten, anhaltenden oder starken Bauchschmerzen eine rasche ärztliche Versorgung. Die Abklärung kann eine gynäkologische Untersuchung, einen Ultraschall oder eine Laparoskopie umfassen. Eine Überweisung an einen Facharzt für Magen-Darm- oder Harnwegserkrankungen kann erforderlich sein.
Maßnahmen zur vorübergehenden Linderung:
Trinken Sie Wasser und verzichten Sie auf Alkohol, Kaffee und starken Tee
Vermeiden Sie fettige, scharfe und fettreiche Lebensmittel
Sorgen Sie für ausreichend Ruhe
Legen Sie eine Wärmflasche auf den Bauch
Nehmen Sie Schmerzmittel gemäß ärztlicher Anweisung ein
Leitfaden | Menstruationsähnliche Krämpfe ohne Periode? Ärztinnen und Ärzte erklären 13 mögliche Ursachen – vom Eisprung bis zu Krebs
Ratgeber | Menstruationsähnliche Krämpfe ohne Periode? Ärzte erklären 13 mögliche Ursachen – vom Eisprung bis zu Krebs
Viele Frauen verspüren plötzlich Krämpfe im Unterbauch, die sich wie eine bevorstehende Periode anfühlen, obwohl die Menstruation noch nicht fällig ist oder ausbleibt. Eine aktuelle medizinische Übersichtsarbeit weist darauf hin, dass Schmerzen ohne Menstruation viele mögliche Ursachen haben – von vorübergehenden physiologischen Veränderungen bis hin zu dringenden gesundheitlichen Problemen einschließlich Krebs.
Zu den dreizehn häufigen Ursachen gehören:
1. Chronisch-entzündliche Darmerkrankung (IBD)
Eine chronische entzündliche Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, die durch eine fehlgeleitete Immunreaktion verursacht wird. Morbus Crohn kann jeden Abschnitt des Verdauungstrakts betreffen; Colitis ulcerosa betrifft hauptsächlich den Dickdarm.
Lokalisation der Schmerzen:
Morbus Crohn verursacht häufig Schmerzen im rechten Unterbauch oder in der Bauchmitte
Colitis ulcerosa verursacht häufig Schmerzen im linken Unterbauch
Begleitsymptome: starker Durchfall, Blut im Stuhl, unvollständige Darmentleerung, Gewichtsverlust, Fieber und Müdigkeit.
2. Ovulationsschmerz (Mittelschmerz)
Vor der Menopause kann es in der Zyklusmitte zu Ovulationsschmerzen kommen, meist an den Tagen 10–14.
Schmerzcharakter:
Stechende oder dumpfe Schmerzen auf einer Seite des Unterbauchs, die Minuten bis Stunden anhalten. Die Seite kann monatlich wechseln oder gleich bleiben.
Weitere Anzeichen:
Verstärkter vaginaler Ausfluss, Brustspannen, Stimmungsschwankungen und Blähungen.
3. Geplatzte Eierstockzyste
Mit Flüssigkeit gefüllte Eierstockzysten sind meist gutartig, doch eine große Zyste kann plötzlich platzen und Schmerzen verursachen.
Schmerzcharakter:
Plötzlich einsetzende, stechende Krämpfe auf einer Seite unterhalb des Nabels.
Weitere Anzeichen:
Leichte Blutungen, Schmerzen im unteren Rücken oder Oberschenkel sowie ein Druckgefühl vor dem Platzen.
4. Einnistungskrämpfe in der Frühschwangerschaft
Die Einnistung des Embryos kann etwa in der 4. Schwangerschaftswoche leichte Gebärmutterkrämpfe verursachen, wenn normalerweise die Periode beginnen würde.
Schmerzcharakter:
Leichte Krämpfe ähnlich einer bevorstehenden Periode.
Weitere Anzeichen:
Oft treten zunächst keine weiteren Symptome auf, bis um die Wochen 5–6 Übelkeit einsetzt. Wenn eine Schwangerschaft möglich ist, kann ein Schwangerschaftstest Klarheit geben.
5. Eileiterschwangerschaft
Eine befruchtete Eizelle wächst außerhalb der Gebärmutter, häufig in einem Eileiter. Dies kann starke Bauchschmerzen verursachen und ist ein lebensbedrohlicher Notfall.
Schmerzcharakter:
Leichte Krämpfe, die plötzlich zu starken, stechenden Schmerzen auf einer Seite werden und in die Schulter oder den unteren Rücken ausstrahlen können.
Weitere Anzeichen:
Frühschwangerschaftssymptome wie Übelkeit oder Brustspannen können auftreten, es können aber auch keine Symptome vorhanden sein.
6. Fehlgeburt
Ein Schwangerschaftsverlust vor der 20. Schwangerschaftswoche wird als Fehlgeburt bezeichnet.
Schmerzcharakter:
Menstruationsähnliche Krämpfe, die zunehmend stärker werden.
Weitere Anzeichen:
Vaginale Blutungen oder Schmierblutungen. Treten diese während der Schwangerschaft auf, sollte sofort ein Arzt kontaktiert werden.
7. Endometriose
Eine chronische Erkrankung, bei der Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter wächst, unter anderem an den Eierstöcken oder Eileitern.
Schmerzcharakter:
Menstruationsähnliche Schmerzen, die jederzeit auftreten können, einschließlich anhaltender Schmerzen im unteren Rücken und Unterbauch.
Weitere Anzeichen:
Tief sitzende Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, schmerzhafter Stuhlgang und ein erhöhtes Risiko für Unfruchtbarkeit.
8. Entzündung des kleinen Beckens (PID)
Sie wird meist durch sexuell übertragbare Bakterien verursacht und betrifft die Gebärmutter, Eileiter, Eierstöcke oder andere Fortpflanzungsorgane.
Schmerzcharakter:
Schmerzen auf beiden Seiten des Unterbauchs und im unteren Rücken ohne festen Bezug zum Zyklus.
Weitere Anzeichen:
Ungewöhnlicher vaginaler Ausfluss; Brennen beim Geschlechtsverkehr oder Wasserlassen; verlängerte Blutungen; Fieber; Übelkeit und Erbrechen.
9. Beckenbodendysfunktion
Starke Muskelkrämpfe, verursacht durch ein Trauma wie eine vaginale Geburt oder einen Autounfall.
Schmerzcharakter:
Starke, plötzlich einsetzende Bauchkrämpfe mit anhaltenden Beschwerden in der Leiste und im unteren Rücken.
Weitere Anzeichen:
Schmerzen während der Menstruation oder beim Geschlechtsverkehr, Brennen beim Wasserlassen und Schwierigkeiten beim Stuhlgang. Eine Urinuntersuchung wird empfohlen, um eine Blaseninfektion auszuschließen.
10. Interstitielle Zystitis (Schmerzblasensyndrom)
Eine chronische Erkrankung der Harnblase, die auch als Schmerzblasensyndrom bezeichnet wird.
Schmerzcharakter:
Schmerzen im Unterbauch und Genitalbereich, die sich bei zunehmender Blasenfüllung verstärken und während der Menstruation häufig stärker sind.
Weitere Anzeichen:
Häufiger oder dringender Harndrang und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.
11. Reizdarmsyndrom (IBS)
Im Gegensatz zu IBD tritt diese funktionelle Magen-Darm-Erkrankung häufiger bei Frauen auf.
Schmerzcharakter:
Plötzliche Bauchschmerzen, die sich nach dem Stuhlgang bessern können, verbunden mit wechselnder Verstopfung und Durchfall.
Weitere Anzeichen:
Übelkeit, Blähungen, unvollständige Darmentleerung und Schleim im Stuhl. Die Symptome können sich während der Menstruation verstärken.
12. Blinddarmentzündung
Eine beginnende Blinddarmentzündung wird häufig mit Magenschmerzen oder Menstruationskrämpfen verwechselt.
Schmerzcharakter:
Die Schmerzen beginnen rund um den Nabel, wandern dann in den rechten Unterbauch und werden rasch stärker; sie können die betroffene Person nachts wecken.
Weitere Anzeichen:
Fieber, Übelkeit und Erbrechen. Eine schnelle Behandlung ist wichtig, da ein geplatzter Blinddarm lebensbedrohlich sein kann.
13. Eierstockkrebs
Eine frühe Erkrankung wird häufig mit einem Verdauungsproblem verwechselt und leicht übersehen.
Schmerzcharakter:
Unbestimmte, anhaltende Beschwerden, die an Blähungen oder Verstopfung erinnern.
Weitere Anzeichen:
Blähungen, verminderter Appetit, schnelles Völlegefühl nach dem Essen und häufiges Wasserlassen. Bei Beschwerden, die länger als zwei Wochen anhalten, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Weitere mögliche Ursachen:
Intrauterinpessar (IUD): leichte Bauchschmerzen kurz nach dem Einsetzen
Hormonelle Schwankungen in der Perimenopause: Östrogenschübe setzen Prostaglandine frei und lösen Gebärmutterkrämpfe aus
Nebenwirkungen von Depo-Provera: Bauchschmerzen sind selten, aber möglich
Ärzte raten davon ab, Bauchschmerzen einfach auszuhalten; eine zeitnahe Untersuchung ist erforderlich, um die Ursache festzustellen
WebMD empfiehlt bei ungeklärten, anhaltenden oder starken Bauchschmerzen eine rasche ärztliche Versorgung. Die Abklärung kann eine gynäkologische Untersuchung, einen Ultraschall oder eine Laparoskopie umfassen. Eine Überweisung an einen Facharzt für Magen-Darm- oder Harnwegserkrankungen kann erforderlich sein.
Maßnahmen zur vorübergehenden Linderung:
Trinken Sie Wasser und verzichten Sie auf Alkohol, Kaffee und starken Tee
Vermeiden Sie fettige, scharfe und fettreiche Lebensmittel
Sorgen Sie für ausreichend Ruhe
Legen Sie eine Wärmflasche auf den Bauch
Nehmen Sie Schmerzmittel gemäß ärztlicher Anweisung ein
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