Nachrichten | Haben kleinere schlüpfende Embryonen häufiger gesunde Chromosomen? Ein neuer Ansatz zur Embryonenauswahl bei der IVF
Die genaue Beurteilung der chromosomalen Gesundheit eines Embryos ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg einer IVF. Eine aktuelle Studie des Malopolski Institute of Fertility Diagnostics and Treatment, der Harvard Medical School, der Nicolaus-Copernicus-Universität und der Charité in Berlin ergab, dass kleinere Embryonen, bei denen der Schlüpfvorgang begonnen hat, häufiger chromosomal normal, also euploid, sind.
Die Studie mit dem Titel Reproductive aging, preimplantation genetic testing for aneuploidy, and the diameter of blastocysts: does size matter? wurde in Band 17, Ausgabe 3 von Aging in 2025 veröffentlicht. Die Analyse von Embryonen aus 1,150 IVF-Zyklen zeigte, dass die Embryonengröße und der Beginn des Schlüpfens aus der Zona pellucida nützliche Indikatoren für die chromosomale Gesundheit sein können.
Spätere Schwangerschaften treiben Fortschritte bei der Embryonenauswahl voran
Da immer mehr Frauen versuchen, nach dem Alter von 30 oder sogar 40 schwanger zu werden, ist die reproduktive Alterung zu einer großen Herausforderung in der assistierten Reproduktion geworden. Eizellen älterer Frauen weisen häufiger eine chromosomale Aneuploidie auf, was die Implantations- und Schwangerschaftsraten deutlich senkt und das Fehlgeburtsrisiko erhöht.
Die Präimplantationsdiagnostik auf Aneuploidien (PGT-A), die in Kinderwunschkliniken häufig eingesetzt wird, kann chromosomale Auffälligkeiten in Embryonen erkennen. PGT-A ist jedoch kostspielig, technisch anspruchsvoll und in vielen Ländern nicht verfügbar. Die neue Studie untersuchte, ob die Morphologie des Embryos eine nützliche Beurteilung ermöglichen könnte, wenn PGT-A nicht verfügbar ist.
Kleinere Embryonen mit begonnenem Schlüpfvorgang sind häufiger euploid
Die Embryonen stammten von Frauen im Alter von 26 bis 45. Die Forschenden untersuchten zwei Hauptmerkmale:
1.Durchmesser des Embryos im Blastozystenstadium, üblicherweise an Tag 5 oder 6 der Kultivierung
2.Ob der Embryo begonnen hatte, aus der Zona pellucida zu schlüpfen
Insgesamt waren etwa 49% der Embryonen chromosomal auffällig, also aneuploid. Kleinere Blastozysten, bei denen der Schlüpfvorgang begonnen hatte, waren jedoch deutlich häufiger chromosomal normal, also euploid.
Bei Frauen über 35 waren 51% der kleinen schlüpfenden Embryonen euploid, verglichen mit 38% der großen nicht schlüpfenden Blastozysten;
Bei Frauen unter 35 war der Unterschied größer: 73% der kleinen schlüpfenden Embryonen waren euploid, verglichen mit 58% der großen nicht schlüpfenden Blastozysten.
Ist größer nicht immer besser? Die Embryonenauswahl neu gedacht
Obwohl größere Embryonen reifer erscheinen können, zeigt die Studie, dass Größe nicht gleich Qualität ist. Wenn PGT-A nicht verfügbar ist, könnten Ärztinnen und Ärzte den Schlüpfstatus und den Embryonendurchmesser als kostengünstige alternative Beurteilung kombinieren.
Wenn ein Embryo nach PGT-A bereits als euploid bekannt war, waren die Schwangerschaftsraten nach dem Transfer unabhängig von der Größe ähnlich. Dies deutet zusätzlich darauf hin, dass Größe und Schlüpfstatus bei der Embryonenauswahl vor allem dann nützlich sind, wenn keine genetische Untersuchung verfügbar ist.
Klinisches Potenzial: kostengünstigere und präzisere Embryonenauswahl
Der korrespondierende Autor Dr. Pawel Kordowitzki von der Harvard Medical School und der Charité in Berlin erklärte, die Studie biete ein neues, messbares Instrument zur Embryonenauswahl, insbesondere für Regionen ohne Zugang zu PGT-A. Durch die Beurteilung des Schlüpfvorgangs und der Größe von Blastozysten könnten Ärztinnen und Ärzte möglicherweise den Erfolg des Embryotransfers zu geringeren Kosten verbessern.
Mit der zunehmenden Verbreitung der assistierten Reproduktion könnte diese Kombination aus Morphologie und Schlüpfverhalten eine breitere klinische Embryonenauswahl unterstützen und mehr Familien eine praktische Möglichkeit bieten.
Nachrichten | Haben schlüpfende Embryonen mit geringerer Größe eher gesunde Chromosomen? Ein neuer Ansatz zur Auswahl von IVF-Embryonen
Nachrichten | Haben kleinere schlüpfende Embryonen häufiger gesunde Chromosomen? Ein neuer Ansatz zur Embryonenauswahl bei der IVF
Die genaue Beurteilung der chromosomalen Gesundheit eines Embryos ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg einer IVF. Eine aktuelle Studie des Malopolski Institute of Fertility Diagnostics and Treatment, der Harvard Medical School, der Nicolaus-Copernicus-Universität und der Charité in Berlin ergab, dass kleinere Embryonen, bei denen der Schlüpfvorgang begonnen hat, häufiger chromosomal normal, also euploid, sind.
Die Studie mit dem Titel Reproductive aging, preimplantation genetic testing for aneuploidy, and the diameter of blastocysts: does size matter? wurde in Band 17, Ausgabe 3 von Aging in 2025 veröffentlicht. Die Analyse von Embryonen aus 1,150 IVF-Zyklen zeigte, dass die Embryonengröße und der Beginn des Schlüpfens aus der Zona pellucida nützliche Indikatoren für die chromosomale Gesundheit sein können.
Spätere Schwangerschaften treiben Fortschritte bei der Embryonenauswahl voran
Da immer mehr Frauen versuchen, nach dem Alter von 30 oder sogar 40 schwanger zu werden, ist die reproduktive Alterung zu einer großen Herausforderung in der assistierten Reproduktion geworden. Eizellen älterer Frauen weisen häufiger eine chromosomale Aneuploidie auf, was die Implantations- und Schwangerschaftsraten deutlich senkt und das Fehlgeburtsrisiko erhöht.
Die Präimplantationsdiagnostik auf Aneuploidien (PGT-A), die in Kinderwunschkliniken häufig eingesetzt wird, kann chromosomale Auffälligkeiten in Embryonen erkennen. PGT-A ist jedoch kostspielig, technisch anspruchsvoll und in vielen Ländern nicht verfügbar. Die neue Studie untersuchte, ob die Morphologie des Embryos eine nützliche Beurteilung ermöglichen könnte, wenn PGT-A nicht verfügbar ist.
Kleinere Embryonen mit begonnenem Schlüpfvorgang sind häufiger euploid
Die Embryonen stammten von Frauen im Alter von 26 bis 45. Die Forschenden untersuchten zwei Hauptmerkmale:
1.Durchmesser des Embryos im Blastozystenstadium, üblicherweise an Tag 5 oder 6 der Kultivierung
2.Ob der Embryo begonnen hatte, aus der Zona pellucida zu schlüpfen
Insgesamt waren etwa 49% der Embryonen chromosomal auffällig, also aneuploid. Kleinere Blastozysten, bei denen der Schlüpfvorgang begonnen hatte, waren jedoch deutlich häufiger chromosomal normal, also euploid.
Bei Frauen über 35 waren 51% der kleinen schlüpfenden Embryonen euploid, verglichen mit 38% der großen nicht schlüpfenden Blastozysten;
Bei Frauen unter 35 war der Unterschied größer: 73% der kleinen schlüpfenden Embryonen waren euploid, verglichen mit 58% der großen nicht schlüpfenden Blastozysten.
Ist größer nicht immer besser? Die Embryonenauswahl neu gedacht
Obwohl größere Embryonen reifer erscheinen können, zeigt die Studie, dass Größe nicht gleich Qualität ist. Wenn PGT-A nicht verfügbar ist, könnten Ärztinnen und Ärzte den Schlüpfstatus und den Embryonendurchmesser als kostengünstige alternative Beurteilung kombinieren.
Wenn ein Embryo nach PGT-A bereits als euploid bekannt war, waren die Schwangerschaftsraten nach dem Transfer unabhängig von der Größe ähnlich. Dies deutet zusätzlich darauf hin, dass Größe und Schlüpfstatus bei der Embryonenauswahl vor allem dann nützlich sind, wenn keine genetische Untersuchung verfügbar ist.
Klinisches Potenzial: kostengünstigere und präzisere Embryonenauswahl
Der korrespondierende Autor Dr. Pawel Kordowitzki von der Harvard Medical School und der Charité in Berlin erklärte, die Studie biete ein neues, messbares Instrument zur Embryonenauswahl, insbesondere für Regionen ohne Zugang zu PGT-A. Durch die Beurteilung des Schlüpfvorgangs und der Größe von Blastozysten könnten Ärztinnen und Ärzte möglicherweise den Erfolg des Embryotransfers zu geringeren Kosten verbessern.
Mit der zunehmenden Verbreitung der assistierten Reproduktion könnte diese Kombination aus Morphologie und Schlüpfverhalten eine breitere klinische Embryonenauswahl unterstützen und mehr Familien eine praktische Möglichkeit bieten.
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