Nachrichten | PCOS erhöht das Risiko für Herzerkrankungen auch bei Normalgewicht deutlich
Eine große Langzeitstudie in Dänemark, Finnland und Schweden ergab, dass Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS) ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Das Risiko ist nicht auf Frauen mit Adipositas oder Diabetes beschränkt: Auch normalgewichtige Frauen mit PCOS ohne Typ-2-Diabetes haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen.
Die Studie wurde auf dem 28th Europäischen Kongress für Endokrinologie vorgestellt und im European Journal of Endocrinology veröffentlicht.
Sie wurde von Professorin Dorte Glintborg von der University of Southern Denmark und dem Odense University Hospital in Zusammenarbeit mit finnischen und schwedischen Forschenden geleitet.
Die Studie umfasste 127,517 Frauen im Alter von 15–50 Jahren mit PCOS und 587,810 Frauen ohne PCOS, bei einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 10 Jahren. Sie gilt als erste große Studie, die landesweite Kohortendaten aus drei Ländern kombiniert, um den langfristigen Zusammenhang zwischen PCOS und Herz-Kreislauf-Erkrankungen systematisch zu untersuchen.
Frauen mit PCOS hatten insgesamt ein um 32% höheres Risiko für Herzerkrankungen als Frauen ohne PCOS.
Besonders auffällig war, dass das kardiovaskuläre Risiko bei Frauen mit PCOS, die traditionell als risikoarm gelten, um etwa 40% erhöht war, darunter normalgewichtige Frauen (BMI unter 25 kg/m²) und Frauen ohne Typ-2-Diabetes.
Nach Ländern war das kardiovaskuläre Risiko bei Frauen mit PCOS in Dänemark um 37.7%, in Finnland um 48.6% und in Schweden um 41.7% erhöht.
PCOS wurde lange vor allem als Störung des Eisprungs, der Fruchtbarkeit und des Stoffwechsels betrachtet. Da Adipositas, Insulinresistenz und Diabetes bei PCOS häufig sind, wurde das kardiovaskuläre Risiko meist diesen Stoffwechselerkrankungen zugeschrieben.
Diese Studie stellt diese Annahme infrage.
Professorin Dorte Glintborg erklärte, das deutliche kardiovaskuläre Risiko bei normalgewichtigen Frauen mit PCOS deute darauf hin, dass die biologischen Mechanismen des Syndroms das Herz-Kreislauf-System direkt beeinflussen könnten und nicht nur eine Folge von Gewicht oder Diabetes seien.
Das Team identifizierte erhöhte Androgenspiegel als einen möglichen Schlüsselfaktor.
Frauen mit PCOS haben häufig höhere Testosteronspiegel, und normalgewichtige Frauen mit PCOS weisen ebenfalls häufiger einen erhöhten Blutdruck auf, einen unabhängigen kardiovaskulären Risikofaktor. Die Forschenden vermuteten, dass eine langfristige Belastung durch erhöhte Androgenspiegel die Blutgefäße verengen, ihre Elastizität verringern und die Belastung des Herzens erhöhen könnte.
Einige Menschen mit PCOS können daher schlank erscheinen und keine offensichtlichen Stoffwechselstörungen haben, während ihr Herz-Kreislauf-System bereits einer chronischen Belastung ausgesetzt ist.
Die Ergebnisse haben wichtige klinische Auswirkungen.
Das Team betonte, dass sich die PCOS-Versorgung weiterhin zu stark auf die Fruchtbarkeit konzentriert und das langfristige Risiko chronischer Erkrankungen häufig übersieht. Viele Frauen erhalten nach Abschluss der Kinderwunschbehandlung keine fortlaufende metabolische oder kardiovaskuläre Nachsorge.
Professorin Dorte Glintborg erklärte, PCOS könnte künftig nicht als einheitliche Erkrankung, sondern als Gruppe von Syndromen mit unterschiedlichen langfristigen Risikomustern betrachtet werden.
„Bei einigen Patientinnen besteht möglicherweise vor allem ein zukünftiges Diabetesrisiko, während andere anfälliger für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind. Langfristig soll für jede Frau ein präziseres Risikoprofil erstellt werden, statt sich lediglich auf die nächste Kinderwunschbehandlung zu konzentrieren.“
Die PCOS-Versorgung könnte sich daher von einer kurzfristigen Fruchtbarkeitsbehandlung hin zu einer lebenslangen Gesundheitsbetreuung verlagern.
Die Studie unterstrich außerdem die Bedeutung regelmäßiger Untersuchungen. Die Forschenden empfahlen, auch normalgewichtige Frauen mit PCOS regelmäßig auf Blutdruck, Blutzucker, Blutfette und andere kardiovaskuläre Risikofaktoren zu kontrollieren, statt sie aufgrund ihres Erscheinungsbilds als risikoarm einzustufen.
Da PCOS zunehmend mit dem systemischen Stoffwechsel, Entzündungen und der Gefäßfunktion in Verbindung gebracht wird, wird es von einer rein reproduktiven Störung zu einem komplexen Syndrom mit Beteiligung des reproduktiven, metabolischen und kardiovaskulären Systems neu definiert.
Nachrichten | PCOS erhöht das Risiko für Herzerkrankungen auch bei Normalgewicht deutlich
Nachrichten | PCOS erhöht das Risiko für Herzerkrankungen auch bei Normalgewicht deutlich
Eine große Langzeitstudie in Dänemark, Finnland und Schweden ergab, dass Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS) ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Das Risiko ist nicht auf Frauen mit Adipositas oder Diabetes beschränkt: Auch normalgewichtige Frauen mit PCOS ohne Typ-2-Diabetes haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen.
Die Studie wurde auf dem 28th Europäischen Kongress für Endokrinologie vorgestellt und im European Journal of Endocrinology veröffentlicht.
Sie wurde von Professorin Dorte Glintborg von der University of Southern Denmark und dem Odense University Hospital in Zusammenarbeit mit finnischen und schwedischen Forschenden geleitet.
Die Studie umfasste 127,517 Frauen im Alter von 15–50 Jahren mit PCOS und 587,810 Frauen ohne PCOS, bei einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 10 Jahren. Sie gilt als erste große Studie, die landesweite Kohortendaten aus drei Ländern kombiniert, um den langfristigen Zusammenhang zwischen PCOS und Herz-Kreislauf-Erkrankungen systematisch zu untersuchen.
Frauen mit PCOS hatten insgesamt ein um 32% höheres Risiko für Herzerkrankungen als Frauen ohne PCOS.
Besonders auffällig war, dass das kardiovaskuläre Risiko bei Frauen mit PCOS, die traditionell als risikoarm gelten, um etwa 40% erhöht war, darunter normalgewichtige Frauen (BMI unter 25 kg/m²) und Frauen ohne Typ-2-Diabetes.
Nach Ländern war das kardiovaskuläre Risiko bei Frauen mit PCOS in Dänemark um 37.7%, in Finnland um 48.6% und in Schweden um 41.7% erhöht.
PCOS wurde lange vor allem als Störung des Eisprungs, der Fruchtbarkeit und des Stoffwechsels betrachtet. Da Adipositas, Insulinresistenz und Diabetes bei PCOS häufig sind, wurde das kardiovaskuläre Risiko meist diesen Stoffwechselerkrankungen zugeschrieben.
Diese Studie stellt diese Annahme infrage.
Professorin Dorte Glintborg erklärte, das deutliche kardiovaskuläre Risiko bei normalgewichtigen Frauen mit PCOS deute darauf hin, dass die biologischen Mechanismen des Syndroms das Herz-Kreislauf-System direkt beeinflussen könnten und nicht nur eine Folge von Gewicht oder Diabetes seien.
Das Team identifizierte erhöhte Androgenspiegel als einen möglichen Schlüsselfaktor.
Frauen mit PCOS haben häufig höhere Testosteronspiegel, und normalgewichtige Frauen mit PCOS weisen ebenfalls häufiger einen erhöhten Blutdruck auf, einen unabhängigen kardiovaskulären Risikofaktor. Die Forschenden vermuteten, dass eine langfristige Belastung durch erhöhte Androgenspiegel die Blutgefäße verengen, ihre Elastizität verringern und die Belastung des Herzens erhöhen könnte.
Einige Menschen mit PCOS können daher schlank erscheinen und keine offensichtlichen Stoffwechselstörungen haben, während ihr Herz-Kreislauf-System bereits einer chronischen Belastung ausgesetzt ist.
Die Ergebnisse haben wichtige klinische Auswirkungen.
Das Team betonte, dass sich die PCOS-Versorgung weiterhin zu stark auf die Fruchtbarkeit konzentriert und das langfristige Risiko chronischer Erkrankungen häufig übersieht. Viele Frauen erhalten nach Abschluss der Kinderwunschbehandlung keine fortlaufende metabolische oder kardiovaskuläre Nachsorge.
Professorin Dorte Glintborg erklärte, PCOS könnte künftig nicht als einheitliche Erkrankung, sondern als Gruppe von Syndromen mit unterschiedlichen langfristigen Risikomustern betrachtet werden.
„Bei einigen Patientinnen besteht möglicherweise vor allem ein zukünftiges Diabetesrisiko, während andere anfälliger für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind. Langfristig soll für jede Frau ein präziseres Risikoprofil erstellt werden, statt sich lediglich auf die nächste Kinderwunschbehandlung zu konzentrieren.“
Die PCOS-Versorgung könnte sich daher von einer kurzfristigen Fruchtbarkeitsbehandlung hin zu einer lebenslangen Gesundheitsbetreuung verlagern.
Die Studie unterstrich außerdem die Bedeutung regelmäßiger Untersuchungen. Die Forschenden empfahlen, auch normalgewichtige Frauen mit PCOS regelmäßig auf Blutdruck, Blutzucker, Blutfette und andere kardiovaskuläre Risikofaktoren zu kontrollieren, statt sie aufgrund ihres Erscheinungsbilds als risikoarm einzustufen.
Da PCOS zunehmend mit dem systemischen Stoffwechsel, Entzündungen und der Gefäßfunktion in Verbindung gebracht wird, wird es von einer rein reproduktiven Störung zu einem komplexen Syndrom mit Beteiligung des reproduktiven, metabolischen und kardiovaskulären Systems neu definiert.
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Zusammengestellt aus Online-Quellen