Nachrichten | TVP23A: Ein potenziell neuer diagnostischer Marker für chronische Endometritis



Nachrichten | TVP23A: Ein potenziell neuer diagnostischer Marker für chronische Endometritis


Die chronische Endometritis (CE) ist eine entzündliche Erkrankung des Endometriums, die häufig durch eine Infektion in der Gebärmutterhöhle verursacht wird. Obwohl die meisten Patientinnen keine offensichtlichen Symptome haben, steht die CE in engem Zusammenhang mit Implantationsversagen und Fehlgeburten. Eine genaue Diagnose und rechtzeitige Behandlung sind daher wichtig, um die Schwangerschaftschancen bei der assistierten Reproduktion zu verbessern.


Eine in Frontiers in Medicine veröffentlichte Studie untersuchte Genexpressionsmuster und die Beteiligung von Immunzellen bei CE. Dabei wurde ein potenzieller diagnostischer Marker identifiziert und ein tieferer Einblick in die Pathogenese gewonnen.


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Hintergrund und Bedeutung

Histologisch ist die CE in der Regel durch eine Infiltration des endometrialen Stromas mit Plasmazellen gekennzeichnet. Die immunhistochemische Färbung von CD138 wird häufig für die klinische Diagnose verwendet. Uneinheitliche diagnostische Schwellenwerte für CD138-positive Zellen führen jedoch zu unterschiedlichen Ergebnissen, sodass dringend zuverlässigere Marker benötigt werden.


Ziel der Studie war es, mithilfe der Genexpressionsprofilierung potenzielle molekulare Marker zu identifizieren, die mit CE assoziiert sind, und das Verständnis ihrer Pathophysiologie zu vertiefen.


Methoden

Von Juli 2020 bis April 2021 rekrutierte das Team 190 gesunde Patientinnen und schloss diejenigen aus, die in den vorangegangenen drei Monaten Antibiotika eingenommen hatten. Die CE wurde anhand einer immunhistochemischen Färbung von CD138 diagnostiziert.


Für die Genexpressionsanalyse wurden Patientinnen aus der CE- und der Nicht-CE-Gruppe nach dem Zufallsprinzip für die RNA-Sequenzierung ausgewählt, wobei zur Verbesserung der statistischen Zuverlässigkeit mindestens 30 Patientinnen pro Gruppe eingeschlossen wurden. Die Gesamt-RNA wurde aus Endometriumgewebe extrahiert und auf der HiSeq-X-Plattform sequenziert; anschließend wurden die Genexpressionswerte analysiert.


Ergebnisse

Von den letztlich geeigneten Patientinnen erfüllten 57 die Kriterien: 24 hatten CE (CD138≥5), 33 hingegen nicht (CD138<5). Die RNA-Sequenzierung von Endometriumproben von 33 Patientinnen mit CE und 24 Patientinnen ohne CE erzeugte 20 Millionen gepaarte Reads.


Die Analyse der differentiellen Genexpression identifizierte 20 hochregulierte Gene in der CE-Gruppe, die meist mit Immunglobulinen assoziiert waren. TVP23A war in CE-Proben durchgehend hochreguliert, was auf eine mögliche Rolle bei der Pathogenese der CE hindeutet.


Während der Proliferationsphase waren 13 Gene in der CE-Gruppe hochreguliert, hauptsächlich Immunglobulin-Gene, coiled-coil domain containing 13 (CCDC13) sowie das für Marginalzonen-B- und B1-Zellen spezifische Protein (MZB1). Während der Sekretionsphase waren acht Nicht-Immunglobulin-Gene hochreguliert.


Die Analyse der Immunzellen ergab in der CE-Gruppe signifikant mehr Plasmazellen und weniger ruhende CD4-Gedächtnis-T-Zellen als in der Nicht-CE-Gruppe.


Diskussion und Bedeutung

Die Studie zeigte Unterschiede zwischen CE- und Nicht-CE-Endometriumgewebe, insbesondere bei den Genexpressionsmustern während der Proliferations- und Sekretionsphase. TVP23A ist ein neuartiger Kandidatenmarker, der unabhängig von der Anzahl CD138-positiver Zellen ist. Seine durchgehende Hochregulierung in den meisten CE-Fällen macht ihn zu einem potenziellen diagnostischen Instrument.


Veränderungen der Immunzellpopulationen, insbesondere die Zunahme von Plasmazellen und die Abnahme von CD4-Gedächtnis-T-Zellen, könnten mit der chronischen Entzündung im CE-Gewebe zusammenhängen und die Reaktionen der Gedächtnis-T-Zellen beeinflussen.


Fazit

Diese Studie ist die erste, die die molekulare Physiologie der CE mithilfe der RNA-Sequenzierung eingehend untersucht. Sie identifizierte mehrere CE-bezogene Veränderungen der Genexpression, insbesondere bei TVP23A, und eröffnet damit eine neue Perspektive für die frühzeitige Diagnose und Behandlung. TVP23A könnte zu einem neuen CE-spezifischen diagnostischen Marker werden und künftig zusätzliche klinische Unterstützung bei der assistierten Reproduktion bieten.


Quelle des Beitrags:
Online zusammengestellt

作者 LinkedIVF Team發布於 2024-11-06
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