Wissen | Abklärung der Unfruchtbarkeit: Die wichtigsten Schritte von der Diagnose bis zur Behandlung
Wenn nach längerer Zeit des Kinderwunsches keine Schwangerschaft eingetreten ist, ist eine Abklärung der Unfruchtbarkeit ein wichtiger Schritt. Sie umfasst meist körperliche Untersuchungen sowie die medizinische und sexuelle Vorgeschichte beider Partner und anschließend bedarfsgerechte Tests.
1. Abklärung der männlichen Unfruchtbarkeit
Die häufigste Untersuchung bei Männern ist die Samenanalyse zur Beurteilung von Spermienzahl, Beweglichkeit und Struktur. Wie Dr. Robert Brzyski, Professor für reproduktive Endokrinologie und Unfruchtbarkeit am University of Texas Health Science Center, erklärte: "Wir betrachten nicht nur die Anzahl der Spermien, sondern auch, ob sie sich ausreichend bewegen und sogar, wie sie sich bewegen." Die genaue Ursache von Spermienproblemen lässt sich oft nicht feststellen; neuere Forschung bringt sehr niedrige Spermienzahlen oder Azoospermie jedoch mit genetischen Faktoren wie Y-Chromosom-Anomalien in Verbindung.
2. Abklärung der weiblichen Unfruchtbarkeit
Bei Frauen wird zunächst festgestellt, ob ein Eisprung stattfindet. Ärzte können Bluttests zur Messung der Hormonspiegel, Ultraschall zur Beurteilung der Eierstockfunktion oder Ovulationstests einsetzen. Unregelmäßige Zyklen können auf eine Eisprungstörung hindeuten, doch solche Störungen können auch bei regelmäßiger Menstruation auftreten.
Bei normalem Eisprung folgt häufig eine Hysterosalpingografie (HSG), eine Röntgenuntersuchung der Eileiter und Gebärmutter. Kontrastmittel wird in die Gebärmutter gespritzt, um zu sehen, ob es durch die Eileiter in den Bauchraum fließt. Ist ein Eileiter blockiert, bleibt es in der Gebärmutter oder im Eileiter. Eine neuere, von der FDA zugelassene Methode untersucht die Eileiter mithilfe von Ultraschall und Schaum.
Ultraschall kann auch die Fortpflanzungsorgane untersuchen. Eine detailliertere Bildgebung, etwa ein Sonohysterogramm, nutzt in die Gebärmutter eingebrachtes Kochsalz, um strukturelle Auffälligkeiten wie Myome deutlicher darzustellen.
3. Weitere diagnostische und therapeutische Verfahren
Die Laparoskopie ermöglicht die direkte Untersuchung von Eierstöcken, Gebärmutter und Eileitern und kann Erkrankungen wie Endometriose im selben minimalinvasiven Eingriff behandeln.
Auch die Beurteilung der ovariellen Reserve ist wichtig. Hormontests helfen, Eierstockfunktion und Eizellvorrat zu beurteilen und die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit einzuschätzen. Dr. Brzyski merkte an: "Ein Bluttest am 3. Tag des Menstruationszyklus kann die ovarielle Reserve beurteilen. Ein unauffälliges Ergebnis garantiert keine Fruchtbarkeit, ein auffälliges Ergebnis weist jedoch auf ein ernstes Problem hin."
Zusammenspiel von Spermien und Eizellen
Zusätzlich zu Routineuntersuchungen können Ärzte das Zusammenspiel von Spermien und Eizellen beurteilen oder auf Antisperma-Antikörper testen. Jeder Partner kann diese Antikörper bilden, wenn das Immunsystem Spermien fälschlicherweise als körperfremd erkennt und angreift, wodurch die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit sinkt.
Diese umfassende Abklärung kann die Ursache der Unfruchtbarkeit ermitteln und die Erstellung eines individuellen Behandlungsplans unterstützen.
Wissen | Abklärung der Unfruchtbarkeit: Die wichtigsten Schritte von der Diagnose bis zur Behandlung
Wissen | Abklärung der Unfruchtbarkeit: Die wichtigsten Schritte von der Diagnose bis zur Behandlung
Wenn nach längerer Zeit des Kinderwunsches keine Schwangerschaft eingetreten ist, ist eine Abklärung der Unfruchtbarkeit ein wichtiger Schritt. Sie umfasst meist körperliche Untersuchungen sowie die medizinische und sexuelle Vorgeschichte beider Partner und anschließend bedarfsgerechte Tests.
1. Abklärung der männlichen Unfruchtbarkeit
Die häufigste Untersuchung bei Männern ist die Samenanalyse zur Beurteilung von Spermienzahl, Beweglichkeit und Struktur. Wie Dr. Robert Brzyski, Professor für reproduktive Endokrinologie und Unfruchtbarkeit am University of Texas Health Science Center, erklärte: "Wir betrachten nicht nur die Anzahl der Spermien, sondern auch, ob sie sich ausreichend bewegen und sogar, wie sie sich bewegen." Die genaue Ursache von Spermienproblemen lässt sich oft nicht feststellen; neuere Forschung bringt sehr niedrige Spermienzahlen oder Azoospermie jedoch mit genetischen Faktoren wie Y-Chromosom-Anomalien in Verbindung.
2. Abklärung der weiblichen Unfruchtbarkeit
Bei Frauen wird zunächst festgestellt, ob ein Eisprung stattfindet. Ärzte können Bluttests zur Messung der Hormonspiegel, Ultraschall zur Beurteilung der Eierstockfunktion oder Ovulationstests einsetzen. Unregelmäßige Zyklen können auf eine Eisprungstörung hindeuten, doch solche Störungen können auch bei regelmäßiger Menstruation auftreten.
Bei normalem Eisprung folgt häufig eine Hysterosalpingografie (HSG), eine Röntgenuntersuchung der Eileiter und Gebärmutter. Kontrastmittel wird in die Gebärmutter gespritzt, um zu sehen, ob es durch die Eileiter in den Bauchraum fließt. Ist ein Eileiter blockiert, bleibt es in der Gebärmutter oder im Eileiter. Eine neuere, von der FDA zugelassene Methode untersucht die Eileiter mithilfe von Ultraschall und Schaum.
Ultraschall kann auch die Fortpflanzungsorgane untersuchen. Eine detailliertere Bildgebung, etwa ein Sonohysterogramm, nutzt in die Gebärmutter eingebrachtes Kochsalz, um strukturelle Auffälligkeiten wie Myome deutlicher darzustellen.
3. Weitere diagnostische und therapeutische Verfahren
Die Laparoskopie ermöglicht die direkte Untersuchung von Eierstöcken, Gebärmutter und Eileitern und kann Erkrankungen wie Endometriose im selben minimalinvasiven Eingriff behandeln.
Auch die Beurteilung der ovariellen Reserve ist wichtig. Hormontests helfen, Eierstockfunktion und Eizellvorrat zu beurteilen und die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit einzuschätzen. Dr. Brzyski merkte an: "Ein Bluttest am 3. Tag des Menstruationszyklus kann die ovarielle Reserve beurteilen. Ein unauffälliges Ergebnis garantiert keine Fruchtbarkeit, ein auffälliges Ergebnis weist jedoch auf ein ernstes Problem hin."
Zusammenspiel von Spermien und Eizellen
Zusätzlich zu Routineuntersuchungen können Ärzte das Zusammenspiel von Spermien und Eizellen beurteilen oder auf Antisperma-Antikörper testen. Jeder Partner kann diese Antikörper bilden, wenn das Immunsystem Spermien fälschlicherweise als körperfremd erkennt und angreift, wodurch die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit sinkt.
Diese umfassende Abklärung kann die Ursache der Unfruchtbarkeit ermitteln und die Erstellung eines individuellen Behandlungsplans unterstützen.
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