Wissen | Vanishing Twin: Ein häufig unerkannter früher Schwangerschaftsverlust
Seit 1945 erkennen Ärztinnen und Ärzte zunehmend, dass einige scheinbare Einlingsgeburten aus Zwillingsschwangerschaften hervorgegangen sind. Während der Schwangerschaft geht ein Fötus durch eine Fehlgeburt verloren, manchmal ohne dass die Mutter oder die Ärztin bzw. der Arzt davon weiß. Dies wird als "Vanishing Twin" oder "Vanishing-Twin-Syndrom (VTS)" bezeichnet.
Beim VTS wird das verlorene Gewebe des Fötus normalerweise vom Körper der Mutter und vom überlebenden Fötus resorbiert. Manchmal lässt es sich durch die Untersuchung der Plazenta des überlebenden Fötus erkennen. Ultraschall ermöglicht heute eine frühere und genauere Diagnose und macht Fälle sichtbar, die früher unentdeckt blieben.
1. Wie häufig ist das Vanishing-Twin-Syndrom?
Eine Studie ergab, dass bei etwa 36% der Zwillingsschwangerschaften ein VTS auftritt; bei höhergradigen Mehrlingsschwangerschaften steigt der Anteil auf nahezu die Hälfte. Es könnte häufiger werden, da sich assistierte Reproduktionstechnologien wie die In-vitro-Fertilisation (IVF) zunehmend verbreiten, weil mehrere befruchtete Eizellen übertragen werden können und eine oder mehrere davon möglicherweise nicht bis zur Geburt überleben.
Eine weitere Auswertung von neun VTS-Studien ergab große Unterschiede bei den berichteten Raten. Einschränkungen der Ultraschalltechnik oder unvollständige Untersuchungen können dazu führen, dass einige Fälle unentdeckt bleiben. Auch der Zeitpunkt ist wichtig: Ohne frühen Ultraschall wissen Ärztinnen und Ärzte möglicherweise nicht, dass eine Schwangerschaft mit Zwillingen begonnen hat.
2. Ursachen
Das VTS wird meist durch eine bei der Empfängnis vorhandene Chromosomenanomalie verursacht. Ein höheres mütterliches Alter (über 30), assistierte Reproduktion wie IVF, Plazentaanomalien und andere fetale Faktoren wie eine Rötelninfektion können das Risiko erhöhen.
3. Risiken
Risiken für die Mutter
Die meisten Mütter haben keine eindeutigen Symptome. Einige haben Schmierblutungen und Krämpfe, die in der Frühschwangerschaft häufig vorkommen. Ein VTS im ersten Trimester erfordert im Allgemeinen keine besonderen Maßnahmen. Tritt es im zweiten oder dritten Trimester auf, wird die Schwangerschaft meist als Risikoschwangerschaft eingestuft und die Mutter sowie der überlebende Fötus werden engmaschig überwacht.
Risiken für den überlebenden Zwilling
Zwillingsschwangerschaften sind im Allgemeinen risikoreicher als Einlingsschwangerschaften, insbesondere wenn die Zwillinge eine Plazenta teilen. Teilen sich der verlorene und der überlebende Zwilling eine Plazenta, kann der Verlust eines Zwillings die Blutversorgung des anderen beeinträchtigen; daher überwachen Ärztinnen und Ärzte den überlebenden Zwilling regelmäßig per Ultraschall.
Einige Studien weisen auf ein erhöhtes Risiko für Zerebralparese bei von VTS betroffenen Säuglingen hin, doch die Datenlage ist uneinheitlich. Insgesamt hat ein VTS in der Regel keine nachteiligen Auswirkungen auf den überlebenden Zwilling, wenn jeder Zwilling eine eigene Plazenta hat, insbesondere in der frühen Schwangerschaft.
4. Psychische Auswirkungen
Der Verlust eines Zwillings ist eine besondere Form der Fehlgeburt und kann tiefe Trauer auslösen. Der überlebende Zwilling kann manchmal Schuldgefühle entwickeln, und die Familie kann von Beratung und anderen Angeboten zur Unterstützung der psychischen Gesundheit profitieren.
Wissen | Vanishing Twin: Ein häufig unerkannter früher Schwangerschaftsverlust
Wissen | Vanishing Twin: Ein häufig unerkannter früher Schwangerschaftsverlust
Seit 1945 erkennen Ärztinnen und Ärzte zunehmend, dass einige scheinbare Einlingsgeburten aus Zwillingsschwangerschaften hervorgegangen sind. Während der Schwangerschaft geht ein Fötus durch eine Fehlgeburt verloren, manchmal ohne dass die Mutter oder die Ärztin bzw. der Arzt davon weiß. Dies wird als "Vanishing Twin" oder "Vanishing-Twin-Syndrom (VTS)" bezeichnet.
Beim VTS wird das verlorene Gewebe des Fötus normalerweise vom Körper der Mutter und vom überlebenden Fötus resorbiert. Manchmal lässt es sich durch die Untersuchung der Plazenta des überlebenden Fötus erkennen. Ultraschall ermöglicht heute eine frühere und genauere Diagnose und macht Fälle sichtbar, die früher unentdeckt blieben.
1. Wie häufig ist das Vanishing-Twin-Syndrom?
Eine Studie ergab, dass bei etwa 36% der Zwillingsschwangerschaften ein VTS auftritt; bei höhergradigen Mehrlingsschwangerschaften steigt der Anteil auf nahezu die Hälfte. Es könnte häufiger werden, da sich assistierte Reproduktionstechnologien wie die In-vitro-Fertilisation (IVF) zunehmend verbreiten, weil mehrere befruchtete Eizellen übertragen werden können und eine oder mehrere davon möglicherweise nicht bis zur Geburt überleben.
Eine weitere Auswertung von neun VTS-Studien ergab große Unterschiede bei den berichteten Raten. Einschränkungen der Ultraschalltechnik oder unvollständige Untersuchungen können dazu führen, dass einige Fälle unentdeckt bleiben. Auch der Zeitpunkt ist wichtig: Ohne frühen Ultraschall wissen Ärztinnen und Ärzte möglicherweise nicht, dass eine Schwangerschaft mit Zwillingen begonnen hat.
2. Ursachen
Das VTS wird meist durch eine bei der Empfängnis vorhandene Chromosomenanomalie verursacht. Ein höheres mütterliches Alter (über 30), assistierte Reproduktion wie IVF, Plazentaanomalien und andere fetale Faktoren wie eine Rötelninfektion können das Risiko erhöhen.
3. Risiken
Risiken für die Mutter
Die meisten Mütter haben keine eindeutigen Symptome. Einige haben Schmierblutungen und Krämpfe, die in der Frühschwangerschaft häufig vorkommen. Ein VTS im ersten Trimester erfordert im Allgemeinen keine besonderen Maßnahmen. Tritt es im zweiten oder dritten Trimester auf, wird die Schwangerschaft meist als Risikoschwangerschaft eingestuft und die Mutter sowie der überlebende Fötus werden engmaschig überwacht.
Risiken für den überlebenden Zwilling
Zwillingsschwangerschaften sind im Allgemeinen risikoreicher als Einlingsschwangerschaften, insbesondere wenn die Zwillinge eine Plazenta teilen. Teilen sich der verlorene und der überlebende Zwilling eine Plazenta, kann der Verlust eines Zwillings die Blutversorgung des anderen beeinträchtigen; daher überwachen Ärztinnen und Ärzte den überlebenden Zwilling regelmäßig per Ultraschall.
Einige Studien weisen auf ein erhöhtes Risiko für Zerebralparese bei von VTS betroffenen Säuglingen hin, doch die Datenlage ist uneinheitlich. Insgesamt hat ein VTS in der Regel keine nachteiligen Auswirkungen auf den überlebenden Zwilling, wenn jeder Zwilling eine eigene Plazenta hat, insbesondere in der frühen Schwangerschaft.
4. Psychische Auswirkungen
Der Verlust eines Zwillings ist eine besondere Form der Fehlgeburt und kann tiefe Trauer auslösen. Der überlebende Zwilling kann manchmal Schuldgefühle entwickeln, und die Familie kann von Beratung und anderen Angeboten zur Unterstützung der psychischen Gesundheit profitieren.
Quelle:
Online zusammengestellt