Nachrichten | Was sollten Menschen mit Endometriose essen? Studien weisen auf Gemüse und Milchprodukte hin
In einer in Foods veröffentlichten Studie führten italienische Forschende eine Umbrella-Übersicht der Zusammenhänge zwischen Ernährung und Endometrioserisiko durch. Eine ausreichende Aufnahme von Gemüse und Milchprodukten könnte das Risiko deutlich senken, während Butter und ein hoher Koffeinkonsum es erhöhen könnten.
Die Forschenden fassten 10 systematische Übersichten zusammen, die mehr als 120,000 Frauen aus Asien, Nordamerika, Europa und Ozeanien umfassten. Ziel war es, die Evidenz zu klären und Ärztinnen, Ärzten sowie Patientinnen und Patienten bessere Ernährungshinweise zu geben.
Könnten fettreiche Milchprodukte schützen? Gemüse zeigt den stärksten Zusammenhang
Obwohl Milchprodukte wegen gesättigter Fettsäuren häufig diskutiert werden, waren Vollmilch, Käse und andere fettreiche Milchprodukte mit einem geringeren Endometrioserisiko verbunden. Calcium, Vitamin D, Butyrat und andere aktive Bestandteile könnten dazu beitragen.
Die Daten zeigten:
Frauen mit dem höchsten Gemüsekonsum hatten ein um 41% geringeres Risiko als Frauen mit dem niedrigsten Konsum (gepooltes RR = 0.59, 95%-Konfidenzintervall: 0.49–0.71), das stärkste Schutzsignal;
Der gesamte Milchproduktkonsum war mit einer Risikoreduktion von etwa 13% verbunden (RR = 0.87, KI: 0.81–0.95);
Der alleinige Käsekonsum war mit einer Reduktion von etwa 16% verbunden;
Drei oder mehr Portionen Milchprodukte täglich, darunter Milch, Joghurt und Käse, waren mit einer deutlichen Risikoreduktion verbunden.
Butter und Kaffee könnten Ernährungsrisikofaktoren sein
Einige Lebensmittel waren mit einem höheren Risiko verbunden:
Butterkonsum war mit einer Zunahme um 27% verbunden (RR = 1.27, KI: 1.03–1.55);
Ein hoher Koffeinkonsum (>300 mg/Tag, etwa drei große amerikanische Kaffees) war mit einer Zunahme um 30% verbunden (RR = 1.30, KI: 1.05–1.62);
Beim Gesamtkoffeinkonsum zeigte sich ein Trend zu einer Zunahme um 13% (RR = 1.13).
Mögliche Mechanismen und Aussagekraft der Evidenz
Die Forschenden identifizierten oxidativen Stress, chronische Entzündung und Östrogensignale als mögliche Mechanismen, die Ernährung mit dem Endometrioserisiko verbinden.
Alle Zusammenhänge wurden jedoch als Evidenz der Stufe IV beziehungsweise als schwach eingestuft, weil:
Alle einbezogenen Studien beobachtend waren;
Die Definitionen der Nahrungsaufnahme uneinheitlich waren;
Störfaktoren wie Rauchen und BMI nur begrenzt berücksichtigt wurden;
Verzerrungen durch kleine Studien und Publikationsbias möglich waren.
Kein Ersatz für eine Standardbehandlung, aber eine risikoarme Managementoption
Fachleute weisen darauf hin, dass die Ergebnisse keine direkten klinischen Leitlinien begründen können. Da Behandlungsmöglichkeiten begrenzt sind und sich die Diagnose häufig um mehr als sieben Jahre verzögert, könnten Ernährungsänderungen als risikoarme Option erwogen werden.
Die Autorinnen und Autoren erklärten, Ärztinnen und Ärzte sollten deutlich machen:
"Diese Ernährungsänderungen sind keine Behandlung, können aber im Rahmen der Selbsthilfe Vorteile bieten, insbesondere während Patientinnen und Patienten auf fachärztliche Versorgung warten."
Einige Studien deuten außerdem darauf hin, dass Probiotika, Antioxidanzien und entzündungshemmende Nahrungsergänzungsmittel Schmerzen lindern könnten. Die Evidenz ist jedoch zu uneinheitlich für allgemeine Empfehlungen.
Nächste Schritte: Hochwertigere klinische Studien sind erforderlich
Standardisierte Definitionen der Ernährungsexposition;
Vielfältigere ethnische und geografische Populationen;
Forschung zum möglichen Zusammenhang zwischen Darmmikrobiom, Entzündung und Östrogen.
Die Forschenden merkten an, dass Joghurt und seine Auswirkungen auf das Darmmikrobiom weiter untersucht werden sollten und eine neue Perspektive auf das Symptommanagement bieten könnten.
Nachrichten | Was sollten Menschen mit Endometriose essen? Studien weisen auf Gemüse und Milchprodukte hin
Nachrichten | Was sollten Menschen mit Endometriose essen? Studien weisen auf Gemüse und Milchprodukte hin
In einer in Foods veröffentlichten Studie führten italienische Forschende eine Umbrella-Übersicht der Zusammenhänge zwischen Ernährung und Endometrioserisiko durch. Eine ausreichende Aufnahme von Gemüse und Milchprodukten könnte das Risiko deutlich senken, während Butter und ein hoher Koffeinkonsum es erhöhen könnten.
Die Forschenden fassten 10 systematische Übersichten zusammen, die mehr als 120,000 Frauen aus Asien, Nordamerika, Europa und Ozeanien umfassten. Ziel war es, die Evidenz zu klären und Ärztinnen, Ärzten sowie Patientinnen und Patienten bessere Ernährungshinweise zu geben.
Könnten fettreiche Milchprodukte schützen? Gemüse zeigt den stärksten Zusammenhang
Obwohl Milchprodukte wegen gesättigter Fettsäuren häufig diskutiert werden, waren Vollmilch, Käse und andere fettreiche Milchprodukte mit einem geringeren Endometrioserisiko verbunden. Calcium, Vitamin D, Butyrat und andere aktive Bestandteile könnten dazu beitragen.
Die Daten zeigten:
Frauen mit dem höchsten Gemüsekonsum hatten ein um 41% geringeres Risiko als Frauen mit dem niedrigsten Konsum (gepooltes RR = 0.59, 95%-Konfidenzintervall: 0.49–0.71), das stärkste Schutzsignal;
Der gesamte Milchproduktkonsum war mit einer Risikoreduktion von etwa 13% verbunden (RR = 0.87, KI: 0.81–0.95);
Der alleinige Käsekonsum war mit einer Reduktion von etwa 16% verbunden;
Drei oder mehr Portionen Milchprodukte täglich, darunter Milch, Joghurt und Käse, waren mit einer deutlichen Risikoreduktion verbunden.
Butter und Kaffee könnten Ernährungsrisikofaktoren sein
Einige Lebensmittel waren mit einem höheren Risiko verbunden:
Butterkonsum war mit einer Zunahme um 27% verbunden (RR = 1.27, KI: 1.03–1.55);
Ein hoher Koffeinkonsum (>300 mg/Tag, etwa drei große amerikanische Kaffees) war mit einer Zunahme um 30% verbunden (RR = 1.30, KI: 1.05–1.62);
Beim Gesamtkoffeinkonsum zeigte sich ein Trend zu einer Zunahme um 13% (RR = 1.13).
Mögliche Mechanismen und Aussagekraft der Evidenz
Die Forschenden identifizierten oxidativen Stress, chronische Entzündung und Östrogensignale als mögliche Mechanismen, die Ernährung mit dem Endometrioserisiko verbinden.
Alle Zusammenhänge wurden jedoch als Evidenz der Stufe IV beziehungsweise als schwach eingestuft, weil:
Alle einbezogenen Studien beobachtend waren;
Die Definitionen der Nahrungsaufnahme uneinheitlich waren;
Störfaktoren wie Rauchen und BMI nur begrenzt berücksichtigt wurden;
Verzerrungen durch kleine Studien und Publikationsbias möglich waren.
Kein Ersatz für eine Standardbehandlung, aber eine risikoarme Managementoption
Fachleute weisen darauf hin, dass die Ergebnisse keine direkten klinischen Leitlinien begründen können. Da Behandlungsmöglichkeiten begrenzt sind und sich die Diagnose häufig um mehr als sieben Jahre verzögert, könnten Ernährungsänderungen als risikoarme Option erwogen werden.
Die Autorinnen und Autoren erklärten, Ärztinnen und Ärzte sollten deutlich machen:
"Diese Ernährungsänderungen sind keine Behandlung, können aber im Rahmen der Selbsthilfe Vorteile bieten, insbesondere während Patientinnen und Patienten auf fachärztliche Versorgung warten."
Einige Studien deuten außerdem darauf hin, dass Probiotika, Antioxidanzien und entzündungshemmende Nahrungsergänzungsmittel Schmerzen lindern könnten. Die Evidenz ist jedoch zu uneinheitlich für allgemeine Empfehlungen.
Nächste Schritte: Hochwertigere klinische Studien sind erforderlich
Das Team forderte:
Größere prospektive randomisierte kontrollierte Studien;
Standardisierte Definitionen der Ernährungsexposition;
Vielfältigere ethnische und geografische Populationen;
Forschung zum möglichen Zusammenhang zwischen Darmmikrobiom, Entzündung und Östrogen.
Die Forschenden merkten an, dass Joghurt und seine Auswirkungen auf das Darmmikrobiom weiter untersucht werden sollten und eine neue Perspektive auf das Symptommanagement bieten könnten.
Quelle:
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