Wissenswertes | Unregelmäßige Perioden, Akne oder vermehrte Behaarung? Es könnte PCOS sein
„Ich (39) bin erst 30 Jahre alt, verliere aber ständig Haare, bekomme Akne, habe unregelmäßige Perioden und kann nicht schwanger werden.“
—Das ist nicht ungewöhnlich und kann auf ein bislang unerkanntes PCOS hindeuten.
Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine sehr häufige, aber oft übersehene endokrine Erkrankung. Laut WebMD hat etwa 1 von 10 Frauen im gebärfähigen Alter PCOS, und bis zu 70% wissen nichts davon.
Was ist PCOS, und warum „polyzystisch“?
PCOS ist eine hormonelle Störung, die den Eisprung, den Menstruationszyklus und die Fruchtbarkeit beeinträchtigt. Trotz des Namens haben nicht alle Betroffenen zystenähnliche Follikel in den Eierstöcken; dies ist nur ein mögliches Merkmal.
Typische Anzeichen sind:
unregelmäßige oder ausbleibende Perioden
Akne, insbesondere am Kinn und Rücken
vermehrte Gesichts- oder Körperbehaarung, etwa an der Oberlippe, am Bauch oder an den Innenseiten der Oberschenkel
Haarausfall oder dünner werdendes Haar
Schwierigkeiten, schwanger zu werden
zentrale Adipositas
Stimmungsschwankungen, Angstzustände oder Depressionen
Acanthosis nigricans, etwa dunkle, verdickte Haut am Hals oder unter den Achseln
Stoffwechselprobleme wie abnorme Leberwerte, Schlafapnoe und Insulinresistenz
Die Symptome können unauffällig sein oder die Lebensqualität stark beeinträchtigen.
Welche Form von PCOS liegt vor?
Laut WebMD ist PCOS unterschiedlich ausgeprägt und kann eingeteilt werden in:
Typ A, vollständiger Phänotyp: Hyperandrogenismus, Anovulation und polyzystische Ovarien;
Typ B, nicht polyzystisch: Hyperandrogenismus und Anovulation ohne polyzystische Morphologie;
Typ C, ovulatorisch: polyzystische Ovarien und erhöhte Androgene bei regelmäßigen Perioden;
Typ D, nicht hyperandrogen: polyzystische Ovarien und Ovulationsstörung bei normalen Androgenspiegeln.
Auch informelle Bezeichnungen wie insulinresistentes, entzündliches oder post-pill-bedingtes PCOS werden verwendet, um mögliche Mechanismen zu beschreiben.
Was löst PCOS aus?
Die genaue Ursache ist unbekannt. Genetische Faktoren, Umwelteinflüsse und der Lebensstil können zusammenwirken.
Familiengeschichte: Das Risiko ist deutlich höher, wenn Mutter oder Schwester PCOS haben;
Insulinresistenz: Etwa 30%–80% der Patientinnen reagieren unzureichend auf Insulin, was die Androgenproduktion fördert;
schnelle Gewichtszunahme: Adipositas verschärft das hormonelle Ungleichgewicht;
Eine chronische, geringgradige Entzündung kann die übermäßige Androgenproduktion in den Eierstöcken anregen;
äußere Hormone: Verhütungsmittel können Symptome verdecken oder auslösen.
PCOS kann unbemerkt bleiben
PCOS bleibt oft unentdeckt, bis beim Kinderwunsch Probleme mit dem Eisprung oder den Hormonen auftreten. Für die Diagnose sind in der Regel zwei von drei Kriterien erforderlich:
unregelmäßige Menstruationszyklen, einschließlich seltener, ausbleibender oder verlängert anhaltender Perioden
Hyperandrogenismus, erkennbar an vermehrter Behaarung, Akne oder Blutuntersuchungen
polyzystische Ovarialmorphologie mit zahlreichen kleinen Follikeln im Ultraschall
Die Abklärung kann außerdem Blutuntersuchungen, Ultraschall, eine körperliche Untersuchung, eine psychologische Beurteilung und ein Schlafscreening umfassen.
Mögliche Komplikationen
PCOS betrifft mehr als die Perioden und das äußere Erscheinungsbild. Mögliche Komplikationen sind:
Unfruchtbarkeit
Schwangerschaftskomplikationen wie Schwangerschaftsdiabetes, Präeklampsie, Frühgeburt und Fehlgeburt
Typ-2-Diabetes; mehr als die Hälfte könnte vor dem Alter von 40 Jahren Diabetes entwickeln
Metabolisches Syndrom mit Bluthochdruck sowie erhöhten Blutfett- und Blutzuckerwerten
Depressionen, Angstzustände und ein geringes Selbstwertgefühl
Endometriumkarzinom, Schlafapnoe und Fettlebererkrankung
Diese Erkrankungen können die Gesundheit lebenslang beeinträchtigen.
Ist PCOS heilbar?
PCOS ist nicht heilbar, kann aber behandelt werden.
Die Behandlung richtet sich nach dem Kinderwunsch:
Wenn keine Schwangerschaft angestrebt wird:
hormonelle Verhütung zur Regulierung der Zyklen, Verringerung der vermehrten Behaarung und Senkung des Risikos für Endometriumkarzinom
Antiandrogene gegen Akne und vermehrte Behaarung; dabei ist eine zuverlässige Verhütung erforderlich
Metformin zur Verbesserung der Insulinempfindlichkeit und des Eisprungs
topische oder orale Aknebehandlung
Laser-, lichtbasierte oder Elektrolysebehandlung gegen vermehrte Behaarung
Wenn eine Schwangerschaft angestrebt wird:
Medikamente zur Auslösung des Eisprungs wie Clomifen, Letrozol oder injizierbare Gonadotropine
IVF
laparoskopisches Ovarialdrilling, das inzwischen seltener eingesetzt wird
Die Behandlung von PCOS beginnt mit dem Lebensstil
Lebensstilmaßnahmen bleiben mit oder ohne Medikamente grundlegend:
Gewichtsmanagement: Bereits eine Reduktion um 10% des Körpergewichts kann Zyklen und Eisprung verbessern;
glykämiearme Ernährung: Zucker, raffinierten Reis und raffiniertes Mehl sowie verarbeitete Lebensmittel reduzieren; mehr Vollkorn, Obst und Gemüse essen;
regelmäßige Bewegung zur Verbesserung der Insulinresistenz, des Selbstvertrauens und der Stimmung;
ausreichend Schlaf: mindestens 7 Stunden pro Nacht und weniger Bildschirmzeit spätabends;
psychologische Unterstützung und Stressmanagement.
Wissenswertes | Unregelmäßige Perioden, Akne oder vermehrte Behaarung? Es könnte PCOS sein
Wissenswertes | Unregelmäßige Perioden, Akne oder vermehrte Behaarung? Es könnte PCOS sein
„Ich (39) bin erst 30 Jahre alt, verliere aber ständig Haare, bekomme Akne, habe unregelmäßige Perioden und kann nicht schwanger werden.“
—Das ist nicht ungewöhnlich und kann auf ein bislang unerkanntes PCOS hindeuten.
Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine sehr häufige, aber oft übersehene endokrine Erkrankung. Laut WebMD hat etwa 1 von 10 Frauen im gebärfähigen Alter PCOS, und bis zu 70% wissen nichts davon.
Was ist PCOS, und warum „polyzystisch“?
PCOS ist eine hormonelle Störung, die den Eisprung, den Menstruationszyklus und die Fruchtbarkeit beeinträchtigt. Trotz des Namens haben nicht alle Betroffenen zystenähnliche Follikel in den Eierstöcken; dies ist nur ein mögliches Merkmal.
Typische Anzeichen sind:
unregelmäßige oder ausbleibende Perioden
Akne, insbesondere am Kinn und Rücken
vermehrte Gesichts- oder Körperbehaarung, etwa an der Oberlippe, am Bauch oder an den Innenseiten der Oberschenkel
Haarausfall oder dünner werdendes Haar
Schwierigkeiten, schwanger zu werden
zentrale Adipositas
Stimmungsschwankungen, Angstzustände oder Depressionen
Acanthosis nigricans, etwa dunkle, verdickte Haut am Hals oder unter den Achseln
Stoffwechselprobleme wie abnorme Leberwerte, Schlafapnoe und Insulinresistenz
Die Symptome können unauffällig sein oder die Lebensqualität stark beeinträchtigen.
Welche Form von PCOS liegt vor?
Laut WebMD ist PCOS unterschiedlich ausgeprägt und kann eingeteilt werden in:
Typ A, vollständiger Phänotyp: Hyperandrogenismus, Anovulation und polyzystische Ovarien;
Typ B, nicht polyzystisch: Hyperandrogenismus und Anovulation ohne polyzystische Morphologie;
Typ C, ovulatorisch: polyzystische Ovarien und erhöhte Androgene bei regelmäßigen Perioden;
Typ D, nicht hyperandrogen: polyzystische Ovarien und Ovulationsstörung bei normalen Androgenspiegeln.
Auch informelle Bezeichnungen wie insulinresistentes, entzündliches oder post-pill-bedingtes PCOS werden verwendet, um mögliche Mechanismen zu beschreiben.
Was löst PCOS aus?
Die genaue Ursache ist unbekannt. Genetische Faktoren, Umwelteinflüsse und der Lebensstil können zusammenwirken.
Familiengeschichte: Das Risiko ist deutlich höher, wenn Mutter oder Schwester PCOS haben;
Insulinresistenz: Etwa 30%–80% der Patientinnen reagieren unzureichend auf Insulin, was die Androgenproduktion fördert;
schnelle Gewichtszunahme: Adipositas verschärft das hormonelle Ungleichgewicht;
Eine chronische, geringgradige Entzündung kann die übermäßige Androgenproduktion in den Eierstöcken anregen;
äußere Hormone: Verhütungsmittel können Symptome verdecken oder auslösen.
PCOS kann unbemerkt bleiben
PCOS bleibt oft unentdeckt, bis beim Kinderwunsch Probleme mit dem Eisprung oder den Hormonen auftreten. Für die Diagnose sind in der Regel zwei von drei Kriterien erforderlich:
unregelmäßige Menstruationszyklen, einschließlich seltener, ausbleibender oder verlängert anhaltender Perioden
Hyperandrogenismus, erkennbar an vermehrter Behaarung, Akne oder Blutuntersuchungen
polyzystische Ovarialmorphologie mit zahlreichen kleinen Follikeln im Ultraschall
Die Abklärung kann außerdem Blutuntersuchungen, Ultraschall, eine körperliche Untersuchung, eine psychologische Beurteilung und ein Schlafscreening umfassen.
Mögliche Komplikationen
PCOS betrifft mehr als die Perioden und das äußere Erscheinungsbild. Mögliche Komplikationen sind:
Unfruchtbarkeit
Schwangerschaftskomplikationen wie Schwangerschaftsdiabetes, Präeklampsie, Frühgeburt und Fehlgeburt
Typ-2-Diabetes; mehr als die Hälfte könnte vor dem Alter von 40 Jahren Diabetes entwickeln
Metabolisches Syndrom mit Bluthochdruck sowie erhöhten Blutfett- und Blutzuckerwerten
Depressionen, Angstzustände und ein geringes Selbstwertgefühl
Endometriumkarzinom, Schlafapnoe und Fettlebererkrankung
Diese Erkrankungen können die Gesundheit lebenslang beeinträchtigen.
Ist PCOS heilbar?
PCOS ist nicht heilbar, kann aber behandelt werden.
Die Behandlung richtet sich nach dem Kinderwunsch:
Wenn keine Schwangerschaft angestrebt wird:
hormonelle Verhütung zur Regulierung der Zyklen, Verringerung der vermehrten Behaarung und Senkung des Risikos für Endometriumkarzinom
Antiandrogene gegen Akne und vermehrte Behaarung; dabei ist eine zuverlässige Verhütung erforderlich
Metformin zur Verbesserung der Insulinempfindlichkeit und des Eisprungs
topische oder orale Aknebehandlung
Laser-, lichtbasierte oder Elektrolysebehandlung gegen vermehrte Behaarung
Wenn eine Schwangerschaft angestrebt wird:
Medikamente zur Auslösung des Eisprungs wie Clomifen, Letrozol oder injizierbare Gonadotropine
IVF
laparoskopisches Ovarialdrilling, das inzwischen seltener eingesetzt wird
Die Behandlung von PCOS beginnt mit dem Lebensstil
Lebensstilmaßnahmen bleiben mit oder ohne Medikamente grundlegend:
Gewichtsmanagement: Bereits eine Reduktion um 10% des Körpergewichts kann Zyklen und Eisprung verbessern;
glykämiearme Ernährung: Zucker, raffinierten Reis und raffiniertes Mehl sowie verarbeitete Lebensmittel reduzieren; mehr Vollkorn, Obst und Gemüse essen;
regelmäßige Bewegung zur Verbesserung der Insulinresistenz, des Selbstvertrauens und der Stimmung;
ausreichend Schlaf: mindestens 7 Stunden pro Nacht und weniger Bildschirmzeit spätabends;
psychologische Unterstützung und Stressmanagement.
Quelle:
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