Nachrichten | Neue Hoffnung auf eine Schwangerschaft nach allogener Stammzelltransplantation



Nachrichten | Neue Hoffnung auf eine Schwangerschaft nach allogener Stammzelltransplantation


August 5, 2024 – Eine neue landesweite multizentrische Studie gibt Frauen Hoffnung, die sich einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation (alloHCT) unterzogen haben. Die kürzlich in Blood veröffentlichte Studie zeigt, dass eine erfolgreiche Schwangerschaft unter bestimmten Bedingungen möglich ist, insbesondere bei jüngeren Frauen, Patientinnen mit nicht malignen Erkrankungen und Frauen, die keine oder nur eine niedrig dosierte Ganzkörperbestrahlung (TBI) erhalten haben.


Bei vielen nicht malignen Bluterkrankungen ist alloHCT die einzige kurative Behandlung. Fortschritte bei Transplantationen und eine optimierte unterstützende Versorgung haben die Zahl der Langzeitüberlebenden stetig erhöht. Die Familienplanung ist für viele junge Krebsüberlebende besonders wichtig, doch nach einer alloHCT ist das behandlungsbedingte Unfruchtbarkeitsrisiko hoch. Obwohl gelegentlich Schwangerschaften berichtet wurden, fehlen systematische Daten zu Schwangerschafts- und Geburtenraten bei weiblichen Transplantatempfängerinnen. Daher wurde gemeinsam von der Medizinischen Klinik I und dem Kinderwunschzentrum des Universitätsklinikums Dresden ein großes deutschlandweites Projekt zur „Dokumentation von Schwangerschaften nach allogener hämatopoetischer Stammzelltransplantation“ durchgeführt.


Archivbild: Mikroskopische Aufnahme menschlicher Zellen oder embryonaler Stammzellen_151276790.jpg


Wichtigste Ergebnisse:

Von 2003 bis 2018 unterzogen sich 2,654 Frauen im reproduktionsfähigen Alter in Deutschland einer alloHCT. Bei 50 Frauen wurden Schwangerschaften verzeichnet; einige von ihnen wurden mehr als einmal schwanger, insgesamt gab es 74 Schwangerschaften.

Die meisten Schwangerschaften verliefen erfolgreich und führten zu 57 Lebendgeburten.

Eine Transplantation in jüngerem Alter, eine Transplantation aufgrund einer nicht malignen Erkrankung, eine Konditionierung mit reduzierter Intensität und eine niedrig dosierte TBI (<8 Gray) waren mit einer höheren Schwangerschaftswahrscheinlichkeit verbunden.

Bemerkenswert ist, dass bis zu 77% der Schwangerschaften auf natürlichem Wege entstanden; bei den übrigen kam assistierte Reproduktion (ART) zum Einsatz.

Frühgeburten und ein niedriges Geburtsgewicht kamen häufiger vor als in der Allgemeinbevölkerung.

Die Erstautorin Dr. Katja Sockel betonte, dass die Daten eine wichtige Grundlage für die routinemäßige medizinische Beratung junger alloHCT-Patientinnen mit Kinderwunsch und wertvolle Erkenntnisse für die weitere Optimierung individueller Behandlungen liefern.


Professor D. Michael Albrecht, Direktor der Geburtshilfe und Gynäkologie am Universitätsklinikum Dresden, sagte: „Eine optimale Behandlung ist immer mit der Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten verbunden. Diese Erkenntnisse werden es uns ermöglichen, Behandlungsstrategien zu optimieren sowie die Lebensqualität und Familienplanung der Patientinnen und Patienten nachhaltig zu verbessern.“


Fazit:

Diese Studie stellt den bisher größten Datensatz zu Schwangerschaften bei erwachsenen weiblichen alloHCT-Empfängerinnen dar und zeigt, dass eine erfolgreiche Schwangerschaft trotz intensiver Behandlung und gesundheitlicher Belastungen weiterhin eine realistische Hoffnung ist. Eine frühzeitige interdisziplinäre Zusammenarbeit ist erforderlich, um Maßnahmen zur Erhaltung der Fruchtbarkeit zu planen, etwa die Kooperation zwischen NCT/UCC Dresden und dem Zentrum für Gynäkologie, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin. Professor Esther Troost, Dekanin der Medizinischen Fakultät und Strahlenonkologin, betonte: „Diese Daten bringen uns dem Ziel näher, hervorragende Behandlungsergebnisse bei Krebs zu erreichen und gleichzeitig die Lebensqualität zu verbessern.“


Professor Martin Bornhäuser, Geschäftsführer des NCT/UCC Dresden, ergänzte: „Junge Krebspatientinnen und -patienten sowie Überlebende haben besondere Bedürfnisse. Die Wiederherstellung einer normalen Lebensqualität nach einer Krebserkrankung ist ein wichtiges Ziel. Erkenntnisse wie diese liefern uns wichtige Informationen, um Behandlungsstrategien zu verbessern und die Langzeittoxizität zu verringern.“


Um den besonderen Bedürfnissen junger Erwachsener mit Krebs gerecht zu werden, unterstützt das Universitätsklinikum auch interdisziplinäre Kooperationen wie eine Übergangssprechstunde. Dort bieten die von Professor Schewe geleitete pädiatrische Onkologie und die von Professor Bornhäuser geleitete Medizinische Klinik I gemeinsam eine langfristige Nachsorge für Jugendliche und junge Erwachsene nach einer Krebserkrankung an.


Quelle:

Online zusammengetragen

作者 LinkedIVF Team發布於 2024-08-06
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